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SEXUALMEDZIN ÖSTERREICH

 

Akademie für Sexuelle Gesundheit öffnet ihre Pforten


http://www.sabinefisch.at/2009/05/akademie-fur-sexuelle-gesundheit-offnet-ihre-pforten/

 

Wien, 14. Mai 2009 - Die neu gegründete „Akademie für sexuelle Gesundheit” (AfSG) bietet in enger Zusammenarbeit mit allen Fachgebieten der Medizin und Psychotherapie Seminare zum Thema Sexualität für die interessierte Öffentlichkeit an sowie eine sexualmedizinische Grundausbildung für ÄrztInnen, damit diese in ihrem Praxisalltag unbefangen und sicher mit dem Thema Sexualität umgehen können.

 

Bilder zur Pressekonferenz: Pressekonferenz Akademie für Sexuelle Gesundheit

 

„Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema Sexualität und habe bemerkt, dass es eine große Verunsicherung in der Bevölkerung gibt und eine hohe Nachfrage nach Hilfe”, erklärt Dr. Elia Bragagna, Gründerin der „Akademie für sexuelle Gesundheit” (AfSG) und zuletzt Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Sexualmedizin (ASSM). „Eine wirkungsvolle Hilfe kann es nur geben, wenn sowohl Betroffene als auch ÄrztInnen zu diesem Thema sensibilisiert und geschult werden. Viele ÄrztInnen wissen nicht, wie sie mit diesem Thema umgehen sollen, weil sie dazu nicht ausgebildet wurden”, so Dr. Elia Bragagna weiter.

 

Sexualmedizinische Grundausbildung für Ärzte
Fast alle Krankheiten, aber auch psychosoziale Faktoren haben einen starken Einfluss auf das Sexualleben. Operationen und Medikamente lösen oft Sexualstörungen aus. Die ÄrztInnen müssen wissen, was zu tun ist und wie dem Betroffenen geholfen werden kann, wieder zur Sexualität zu kommen. Der mit Sexualstörungen einhergehende psychische Druck ist enorm und findet sein Ventil oft in Alkohol, Antidepressiva und
Medikamenten. Da ist ein hoher Handlungsbedarf von den ÄrztInnen erforderlich. Der sexualmedizinische Wissensstand österreichischer ÄrztInnen hinkt dem tatsächlich medizinischen Wissen weit hinterher. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern gibt es während des Medizinstudiums in Österreich keine sexualmedizinische Grundausbildung und auch keinen Ausbildungslehrgang zu diesem Thema. Aufgrund der starken Nachfrage nach einer Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet, bietet die „Akademie für sexuelle Gesundheit” (AfSG) in Zusammenarbeit mit der „Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin und Sexualtherapie” (DGSMT) ÄrztInnen ab September 2009 eine sexualmedizinische Grundausbildung an. Diese kann mit geringem zusätzlichen Aufwand neben dem Arbeitsalltag besucht werden. Über 50 ReferentInnen aus allen medizinischen Fachrichtungen stehen der „Akademie für sexuelle Gesundheit” zur Verfügung.

 

„Durch meine Arbeit bei ASSM habe ich gute Kontakte zu allen medizinischen Fachrichtungen. Als ich ReferentInnen für die AfSG suchte, war ich über die positive Resonanz meiner KollegInnen überrascht”, erklärt Dr. Elia Bragagna. „Das bestätigt mich darin, dass es höchste Zeit für diese sexualmedizinische Grundausbildung war.”

 

Die Grundausbildung ist von der Österreichischen Ärztekammer approbiert und mit DFP Punkten versehen. Sollten Absolventen des Grundkurses ein sexualmedizinisches oder sexualtherapeutisches Diplom anstreben, dann können sie das weiterführend bei der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin und Therapie (DGSMT) erwerben.

 


 

Sexualität bleibt weiterhin Tabuthema: http://pressetext.de/news/090514020/sexualitaet-bleibt-weiterhin-tabuthema/

 

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=100234&dspaid=815298

 

 

Sexualmedizin in der Praxis


Seien Sie mal ganz ehrlich: Sprechen Sie Ihre chronisch kranken Patienten von sich aus auf Ihr Sexualleben und etwaige Probleme an? Und wie reagieren Sie, wenn Ihnen ein Patient seine Sexualprobleme schildert und Sie um Rat frägt?

Wenn Sie jetzt unruhig werden, dann könnte Ihnen die neue MT-Serie zur Sexualmedizin die notwendige Sicherheit verleihen, um mit Ihren Patienten über Sexualität ebenso professionell und empathisch zu sprechen wie über andere medizinische Sorgen Ihrer Schützlinge.

Gemeinsam mit der bekannten Wiener Sexualmedizinerin Dr. Elia Bragagna hat MT eine umfassende Serie zusammengestellt, die Sie über wichtige fachliche Aspekte der Sexualmedizin informiert, Ihnen aber auch Tipps für eine gelungene Kommunikation mit Ihren Patienten gibt.

Für all jene, die sich verstärkt für das Thema Sexualmedizin interessieren, bietet Dr. Bragagna mit der Akademie für Sexuelle Gesundheit ab Herbst eine intensive Weiterbildung an.
Faktoren für eine ungestörte Sexualfunktion:

1. Somatische Faktoren:
ZNS-Strukturen  als oberste verarbeitende Station
neuronale Strukturen  Leitungsbahnen vom/zum ZNS zum/vom ausführenden Organ
endokrine Strukturen  Schilddrüse, Hypothalamus, Hypophyse, Nebennierenrinde, Gonaden
vaskuläre Strukturen  zur Erektion der kavernösen weiblichen und männlichen Genitale durch Blutfülle
Genitale  als ausführende Organe
Neurotransmitter  als modulierende Faktoren

 

2. Psychosoziale Faktoren:
unmittelbare
Faktoren  belastende soziale Umstände, Versagensängste, Sexualmythen, Unwissen, übertriebene Erwartungen, Kommunikationsprobleme, Sexualstörungen der Partner usw.
tiefgreifende
Ursachen  restriktive Erziehung, traumatische Erlebnisse, neurotische Prozesse usw.
nicht aufgelöste Partnerschafts-
konflikte  
Sexualstörungen werden durch folgende Einflussfaktoren verursacht:

1. kontrasexuelle Erkrankungen:

    * jede schwere Allgemeinerkrankung
    * gynäkologische Erkrankungen, Fehlbildungen, Neoplasmen
    * urologische Erkrankungen, Fehlbildungen, Neoplasmen
    * kardiovaskuläre Erkrankungen (KHK, Myokardinfarkt, Hypertonie, atherosklerotische Gefäßveränderungen, ...)
    * endokrine und metabolische Erkrankungen (Diabetes mellitus, Hyperprolaktinämie, Hypogonadismus, chronische Hepatopathien, Niereninsuffizienz, Hypo-/Hyperthyreose, ...)
    * neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerose, M. Parkinson, Querschnittsläsionen, Läsionen des autonomen und somatischen Nervensystems, ...)
    * psychiatrische Erkrankungen (Depression, ...)
    * Erkrankungen des Bewegungsapparates

2. kontrasexuelle Medikamente:

    * Substanzen mit zentralnervöser Wirkung (Antidepressiva, Neuroleptika, Antihypertensiva, ...)
    * Substanzen mit endokriner Wirkung (Antidopaminergika, Antiandrogene, Hormonblocker, Diuretika, Antihypertensiva, Psychopharmaka, ...)
    * Substanzen mit endokriner, peripher vegetativer/vasoregulatorischer Wirkung (Anticholinergika, Antihypertensiva)

3. Operationen und Traumata:

    * im Abdominal-, Becken- und Urogenitalbereich, ZNS

4. Bestrahlung

5. Alter
Mit Patienten über Sex sprechen
WIEN - Probleme rund um die Sexualität gibt es bei vielen Patienten. In der täglichen Praxis wird aber kaum darüber gesprochen, denn sowohl Betroffene als auch Ärzte sind oft verunsichert. Dr. Elia Bragagna will mit einer sexualmedizinischen Grundausbildung Abhilfe schaffen. Der MT verrät die Gründerin der „Akademie für Sexuelle Gesundheit“ die wichtigsten Tipps im Umgang mit dem Thema Sexualität.

„Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema Sexualität und habe bemerkt, dass es eine große Verunsicherung in der Bevölkerung gibt und eine hohe Nachfrage nach Hilfe“, erklärt Dr. Bragagna. Eine wirkungsvolle Hilfe kann es aber nur geben, wenn beide Seiten ausreichende Information haben. Vielen Ärztinnen und Ärzten fällt es aber schwer, dieses Teilgebiet der Medizin in den Arbeitsalltag einzubauen.

Dr. Bragagna: „Während es im Privatleben unbenommen ist, das Thema Sexualität ganz individuell einzuordnen oder gar zu meiden, geht das beruflich nicht.“ Es gibt internationale sexualmedizinische Standards im Umgang mit Sexualstörungen, die Ärzten und Patienten zugänglich sind. Es formieren sich Selbsthilfegruppen, die nicht mehr hinnehmen wollen, dass die behandelnden Ärzte nichts über die Folgen eines Eingriffes oder der angewendeten Therapie auf die Sexualität wissen.

„Es gilt als gesichert, dass Sexualstörungen oft Vorboten für lebensbedrohliche systemische Erkrankungen sind, und genau diese Zeitspanne bis zur drohenden negativen Konsequenz für die Patienten kann mit sexualmedizinischem Basiswissen therapeutisch positiv genutzt werden“, so die Expertin.

Große Unsicherheit
Dennoch fällt es vielen Ärzten noch immer sehr schwer, mit ihren Patienten über Sex zu sprechen. Eine Studie von R. Rosen aus dem Jahr 20061 zeigt die Ursachen dieses Vermeidungsverhaltens auf. 54 % der befragten Kollegen gaben an, sich auf dem Gebiet der Sexualmedizin unsicher zu fühlen, und 46 % erklärten, dass sie dafür einfach keine Zeit hätten.

Dr. Bragagna: „Wir alle haben während unseres Medizinstudiums nichts über die Grundlagen der Sexualmedizin gelernt. Wer kein Wissen hat, ist verunsichert und entwickelt umso eher ein Vermeidungsverhalten, je weniger Zeit ihm zur Verfügung steht und je unübersichtlicher ihm ein Thema erscheint.“

Sexualmedizinischer Einstieg für Unerfahrene
So wundert es nicht, dass genau das, was die Sexualmedizin eigentlich faszinierend macht, Unerfahrene abschreckt. Dabei ist gerade die Sexualmedizin ein Musterbeispiel für die Interdisziplinarität. Auch der Vorwurf, der Arbeitsalltag ist zu stressig für Sexualtherapie, stimmt nicht.

Dr. Bragagna: „Unsere Patientinnen und Patienten suchen uns ja gerade wegen unseres Spezialgebietes auf. Auf diesem Gebiet haben wir unsere Erfahrung, fühlen uns sicher und arbeiten schnell. Wir brauchen nur den ergänzenden sexualmedizinischen Blick, um auch dieses Thema mit abzudecken.“

Um im Praxisalltag Risikopatienten für Sexualstörungen erkennen zu können, ist ein einfaches und verständliches Schema notwendig (siehe Tabelle). In der Praxis gilt es zu erkennen, auf welcher dieser Ebenen ein Störfaktor vorliegt. „Mit etwas Training ist es für den Arzt dann leicht möglich, den Patienten die Schiene zu einem Gespräch über sexuelle Gesundheit zu legen“, erklärt Dr. Bragagna.

Kaum Vertrauen zum Arzt
Denn noch immer fällt es den Betroffenen schwer, von sich aus über dieses Thema zu reden. Die Daten der Studie von C. Marwick2 ergaben folgende Einstellungen der Patienten: 71 % glauben, dass ihr Arzt sie mit ihrem Problem nicht ernst nimmt. 68 % haben den Eindruck, dass sich ihr Arzt bei dem Thema unwohl fühlt. 76 % sind überzeugt, dass ihnen ihr Arzt nicht helfen kann.

Verständlicherweise wünscht sich daher ein Großteil der Betroffenen, dass der erste Schritt zu diesem Thema von den behandelnden Ärzten erfolgt. M. Nussbaum3 kommt in seiner Arbeit zum Schluss, dass Patienten „Erlaubnis von ihren Ärzten zu brauchen scheinen, über Sex sprechen zu dürfen“. Dr. Bragagna: „Geben Sie sie ihnen!“

beim Hilfesuchen der Frauen mit Sexualstörungen zeigen eindeutig, dass Ärzte von den Patientinnen als die kompetenten Ansprechpartner bei Sexualproblemen gesehen werden. Für 47 % der unter 65-jährigen Frauen sind es ihre Gynäkologen, knapp gefolgt von den Allgemeinmedizinern. Bei den über 65-Jährigen sind es vor allem die Allgemeinmediziner. Für die Männer sind die Urologen und Allgemeinmediziner die Ansprechpartner.

Dr. Bragagna: „Nehmen Sie diese Ihnen zugesprochene Rolle ohne Angst an und gewinnen Sie Sicherheit im Umgang mit Sexualstörungen im Praxisalltag.“

Thomas Stodulka

Literatur:

1 R.C. Rosen, Sexual Communication Skills in Residency Training: The Robert Wood Johnson Model. J Sex Med 2006; 3: 37 - 46

2C. Marwick, JAMA 1999; 281: 2173 - 2174

3 M.R. Nussbaum et al., J Am Geriatr Soc 2004; 52: 117 - 122 4 J.L. Shifren et al., J Women’s Health 2009; 18: 461 - 468Mit

 

Im September startet die erste sexualmedizinische Grundausbildung in Österreich Sie umfasst fünf Wochenenden, begleitet von acht Supervisionsabenden.

Termine:

    * 25./26. September 2009
    * 13./14. November 2009
    * 22./23. Jänner 2010
    * 5./6. März 2010
    * 7./8 Mai 2010

Ort: Europaakademie Dr. Roland, Neubaugasse 43, 1070 Wien

Preis: 3000 Euro (inkl. Mwst.)

Nähere Infos und Anmeldung:
Akademie für Sexuelle Gesundheit, Billrothstraße 75A/Stiege 1/Tür 2, 1190 Wien
Tel.: 0699/190 439 94
E-Mail: office@afsg.at
www.afsg.at

 

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=100234&dspaid=815298