Hier können Sie in unserem FEMICA-FORUM
mit anderen Betroffenen über ihre Erfahrungen diskutieren!
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ORGANERHALT GEBÄRMUTTER
Neues Buch über Gebärmutterentfernung und Alternativen ab September 2009
Gebärmutterentfernung!? Organerhaltende Operationsmethoden bei Erkrankungen der Gebärmutter.
Eine Entscheidungshilfe für betroffene Frauen von Gerlinde Debus (Autor)
http://www.diametric-verlag.de/Medizin/Gebarmutterentfernung/gebarmutterentfernung.html
Dass sich die Bedeutung der Gebärmutter nicht nur auf die Funktionen reiner Reproduktion reduzieren lässt, hat sich in den letzten Jahren auch als Einsicht in den medizinischen Fachkreisen etabliert. Kaum ein Gynäkologe und Gynäkologin, die noch laut und offiziell das Gegenteil äußern würden.nDennoch weisen die statistischen Erhebungen der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) auf, dass von den insgesamt 142.385 Gebärmutterentfernungen in 2007 mehr als 90 % (129.430) aufgrund benigner (gutartiger) Erkrankungen des Uterus vorgenommen wurden. Davon entfallen 86.476 Organentfernungen auf Myom-Befunde. Betroffen waren mit fast 50 % Frauen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren. Trotz leicht rückläufiger Tendenz im Vergleich zu den Vorjahren, eine erschreckend hohe Zahl von Organentfernungen, die im Hinblick auf die inzwischen vorhandenen organerhaltenden Behandlungsalternativen bei Myomen vielfach unnötig sind. Begünstigt wird die häufig vorschnelle und unnötige Gebärmutterentfernung durch den Umstand, dass Frauen auch heute noch vielfach mit „dem da unten“ möglichst wenig zu tun haben wollen. Die in der Nachsorge operierter Frauen spezialisierte Gynäkologin und ehemalige Chefärztin der Bad Salzufler Schmerzklinik, Barbara Ehret-Wagener, meinte dazu, dass Frauen wohl ein tiefes Wissen um den Wert ihrer Gebärmutter haben, das scheinbar verloren ging in einer Kultur, in der die Gebärmutter im Wesentlichen als manipulierbares Reproduktionsorgan in Ansehen steht, und erst nach der Hysterektomie viele Frauen merken, dass sie etwas Wesentliches verloren haben (Ehret-Wagener 1994).
Neben der Harninkontinenz als häufig auftretende Folge einer Hysterektomie weisen einige Studien auch eine erhöhte Rate an Herz- und Kreislauferkrankungen bei Betroffenen nach. Weitere organische Funktionen, die die Gebärmutter außerhalb der Reproduktion übernimmt, sind bislang noch nicht genau erforscht. Betroffene Frauen erleben die Entfernung ihrer Gebärmutter sehr unterschiedlich. Während manche Frauen den - vorausgesetzt medizinisch notwendigen - Eingriff als für sie richtig empfinden und gut damit leben können, nehmen andere Frauen die Entfernung als Verlust des Zentrums ihrer Weiblichkeit, ihrer weiblichen Mitte, dem Heil- und Ganzsein wahr. In der Praxis zeigt sich, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender die Betroffene Kenntnis über die individuellen Faktoren hat, da die getroffene Entscheidung ohne falsche Erwartung als selbstbestimmt in ihrer Handlungsfähigkeit empfunden wird.
Was Sie grundsätzlich bei jeder Entscheidung für eine Operation beachten sollten:
- Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen. Selbst bei einer Krebsdiagnose muss nicht auf der Stelle sofort operiert werden.
- Holen Sie eine zweite ärztliche Meinung, einen zweiten Kontrollbefund ein.
- Informieren Sie sich bei entsprechenden Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen über mögliche Behandlungskonzepte und Erfahrungswerte.
- Erkundigen Sie sich, wo es für Ihre Erkrankung spezialisierte Behandlungszentren gibt. Denn ein chirurgischer Eingriff kann hohe Anforderungen an das Können eines Operateurs stellen.
- Seien Sie besonders kritisch, wenn Ihnen Ihr behandelnder Gynäkologe/Gynäkologin mit Belegbetten zu einer Operation rät, die von ihm/ihr selbst durchgeführt wird.
- Nehmen Sie bei bedrohlichen Befunden eine Person Ihres Vertrauens zum Arztgespräch mit, da viele Betroffene in dieser Angstsituation mit einer Art Tunnelblick reagieren und nur noch sehr selektiv Informationen aufnehmen.
- Ist eine Organentfernung faktisch das kleinere Risiko mit dem für Sie größten Nutzen oder medizinisch unvermeidbar, dann können Formen der Trauerarbeit helfen, Verlustgefühle besser zu bewältigen. Das Empfinden von Trauer ist in dieser Situation weder unangemessen noch lächerlich, sondern ein berechtigter Gefühlszustand, für den Sie sich die Zeit nehmen sollten, die Sie dafür brauchen.
Grundsätzlich bedeutet jede Operation, ob organerhaltend oder organentfernend, einen Eingriff in den Körper und damit eine "Körper-Verletzung". Dennoch stellt die operative Therapie eine sehr effektive Behandlungsmethode dar, die sich vor allem bei bösartigen Erkrankungen wie Krebs, als die medizinische Maßnahme mit den größten Überlebenschancen erwiesen hat.
Bei der Frage, ob ein operativer Eingriff für die individuelle Erkrankungssituation die richtige Behandlung ist, hilft eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Denn jede Behandlungsmethode, ob medikamentös, operative oder naturheilkundlich, hat ihre Vor- und Nachteile.
Was soll (kann) mit der Behandlung erreicht werden?
Welche anderen Therapien stehen gleichwertig gegenüber?
Kann ich auch mit einer Besserung der Beschwerden gut leben (lernen) ohne dass die Erkrankung selbst beseitigt wird?
Wie weit bin ich bereit, mich mit meiner Erkrankung auseinanderzusetzen?
Brauche ich eine schnelle Problemlösung oder will ich mir lieber Zeit nehmen und behutsam vorangehen?
In der Praxis zeigt sich, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender die Betroffene Kenntnis über die individuellen Faktoren hat, da die getroffene Entscheidung ohne falsche Erwartungen als selbstbestimmt in ihrer Handlungsfähigkeit empfunden wird.
Wunderbarer Körper einer Frau
Aus der undifferenzierten Geschlechtsknospe eines Embryos entwickeln sich schnell differenzierte Geschlechtsorgane. Bei der Geburt ist das Mädchen eindeutig ein Mädchen. In ihren Eierstöcken, den Ovarien, liegen schon 400.000 Ur-Eizellen bereit.
Nach der Entwicklung zur Geschlechtsreife, der Pubertät, verwandelt sich jeden Monat eine dieser Ur-Eizellen in eine befruchtungsfähige Eizelle. Dieser Follikel drängt sich an die Oberfläche des Eierstocks, springt in der Mitte des Menstruationszyklus in den Eileiter und wartet dort auf Besuch der Samenzellen. Die Eileiter sind bleistiftdünne Kanälchen, die jeweils einen Eierstock mit dem Uterus, der Gebärmutter, verbinden.Der Follikel sendet hormonelle Signale in das Gehirn und stimuliert dadurch die Gebärmutter, ihre Schleimhaut zu einem weichen Nest aufzupolstern. Der beim Eisprung im Ovar zurückgebliebene so genannte Gelbkörper sendet ebenfalls hormonelle Signale in das Gehirn und stimuliert die Gebärmutterdrüsen, Sekrete abzusondern. Die beiden Hormone sind das bekannte Östrogen und Gestagen. Ist nach mehreren Tagen keine Befruchtung erfolgt, sinken diese Hormone wieder ab und die Schleimhaut der Gebärmutter wird samt der unbefruchteten Eizelle durch die Menstruation hinausbefördert.
Dreißig bis vierzig Jahre ihres Lebens unterliegen alle Frauen diesem Zyklus. Eisprung, Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, Vorbereitung und Warten auf eine Schwangerschaft, Abbau der Schleimhaut und Blutung. Nichts Geheimnisvolles. Nur der Lauf der Natur. Bricht sich dieser Lauf der Natur allerdings Bahn und wird die Eizelle befruchtet, steigern die Hormone rasant ihre Produktion und sorgen dafür, dass das werdende Leben sicheren Schutz erhält. Die Durchblutung der Gebärmutter und der äußeren Genitalien, der Vagina und der Labien, der großen und kleinen Schamlippen, wird verstärkt. Die Brüste wachsen.
Der Uterus, ein birnenförmiges Hohlorgan, dehnt sich bis zum Ende der Schwangerschaft auf das 20-Fache seiner ursprünglichen Größe aus. Seine Muskelfasern schieben unter der Geburt das Kind durch die Vagina, die Scheide, nach außen. Unter dem Einfluss von Prolaktin, einem milchbildenden Hormon, produzieren die Brüste Nahrung für das Neugeborene.
Die Brust besteht aus Fett, Bindegewebe und milchbildenden Drüsen. Durch das Liebeshormon Oxytocin wird die Milch dann reflexartig freigegeben. Das Oxytocin ist aber auch Urheber des sexuellen Begehrens. Winzige Drüsen befeuchten den Eingang der Scheide und das Schwellkörpergewebe der Klitoris signalisiert mit seinen hochsensiblen Nervenenden Lust nach sexueller Vereinigung. Vielleicht macht sich gerade im Moment wieder eine der Ur-Eizellen zum Sprung bereit. Frauen mögen einfach kleine Babys und können heutzutage gleichzeitig Nobelpreisträgerinnen sein.
Auszug aus: Stollowsky, Lili; Kostbare Grünbraunblau Gesprenkelte Sterne

