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Myomembolisation
Die Myomembolisation ist eine keineswegs neuartige Therapie, sie wird seit vielen Jahren beispielsweise in den USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland angewandt und ist weltweit bereits mehr als 20.000-mal erfolgreich durchgeführt worden. Es handelt sich hierbei um eine radiologisch-interventionelle Methode, welche minimal-invasiv, d.h. ohne Operation, Narkose oder langen Krankenhausaufenthalt auskommt und eine Erfolg versprechende Alternative zu den bisher gebräuchlichen operativen und medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten darstellt.
http://www.uibk.ac.at/radiologie/OnlinePresse/MyomAufklaerunfIBK.pdf#search=%22myomembolisation%22
Radiologie
FOKUS, 19. Jahrgang Nr. 35, 2005
Embolisation bei Uterus myomatosus
Wegen der hohen klinischen Erfolgsrate und einer geringen Rate an Komplikationen und Folgeeingriffen ist dieses Verfahren seit Mitte der 90-er Jahre in den USA und in einigen europäischen Ländern verbreitet.
Im Sinne der Patientinnen
Kettenbach: „Im Zuge des zunehmenden Wunsches vieler Patientinnen nach einer uteruserhaltenden Therapie sollte die Embolisation von Uterusmyomen als effiziente, minimal invasive Alternative mit geringer Komplikationsrate und kurzer Rekonvaleszenz an allen größeren Zentren mit entsprechender interdisziplinärer Fachkompetenz angeboten werden. Wir bedauern es jedoch, dass die Zusammenarbeit mit den klinisch tätigen Gynäkologen nicht jene Intensität erreicht, wie wir sie von anderen Fachdisziplinen kennen. In jenen Fällen, wo eine transarterielle Myomembolisation indiziert wäre, sollte eine Hysterektomie nicht ohne Diskussion zum Standard erklärt werden.“
http://www.aerztewoche.at/viewArticleDetails.do?articleId=4052
Wissenschaftlich jetzt gesichert Auf dem diesjährigen Kongress der „Cardiovascular and Interventional
Radiological Society of Europe (CIRSE)“ im September 2006 wurden zwei Studien vorgestellt, die die Wirksamkeit von Totaloperation und Embolisation vergleichen. Die Ergebnisse zeigten bei beiden Vergleichsgruppen nach den entsprechenden Eingriffen dieselbe Lebensqualität — auch nach zwei Jahren, wie das Central Office der CIRSE in einer Presseaussendung festhält. Die CIRSE ist die wichtigste Plattform für interventionelle Radiologie in Europa. In 80 Prozent der Fälle konnte die Totalentfernung der Gebärmutter — mit all seinen psychischen Folgen — vermieden werden. Das Büro von CIRSE weist darüber hinaus darauf hin, dass die Embolisation um 40 Prozent billiger ist als die Totaloperation. „Publikationen aus den USA und Frankreich hatten zwar schon zuvor viel versprechende Ergebnisse der Embolisationsmethode aufgezeigt, diese konnten jedoch zum ersten mal in zwei voneinander unabhängigen, randomisierten Studien bestätigt werden,“ so die Pressestelle der CIRSE.
Die Studien, die wissenschaftlichen Standards entsprechen „haben also den Beweis erbracht, dass Embolisation eine gute und dauerhafte Alternative zu Hysterektomie ist“, so CIRSE weiter. „Außerdem haben sie bestätigt, dass eine Embolisation wesentlich kostengünstiger und patientenfreundlicher ist.“ Aus diesem Grund sollte „allen Myompatientinnen eine Embolisation angeboten werden, noch bevor eine Hysterektomie in Betracht gezogen wird“, betont CIRSE weiter.
http://www.forumgesundheit.at/esvapps/page/page.jsp?p_pageid=226&p_menuid=63348&pub_id=125211&p_id=4
Vorteile und Nachteile aller der momentan zur Verfügung stehenden Methoden zur Entfernung von Myomen:
Hysterektomie
Chirurgische Entfernung der Gebärmutter über einen Bauchschnitt oder die Scheide. Dies bedeutet ca. 1 Woche Krankenhausaufenthalt mit anschließender Erholungsphase. Myome treten nie wieder auf, weil die Gebärmutter entfernt wurde.
Sie können keine Kinder mehr bekommen. Der Erholungszeitraum liegt zwischen 4 und 6 Wochen. Es können andere operationsbedingte Komplikationen auftreten.
Abdominale Myomektomie
Entfernung eines oder mehrerer Myome durch einen operativen Eingriff über einen Bauchschnitt.
Die gesamte Gebärmutter bleibt erhalten und somit die Möglichkeit, schwanger zu werden.
Die mit Myomen einhergehenden Symptome können wieder auftreten, falls neue Myome entstehen. Der Erholungszeitraum liegt zwischen 2 und 4 Wochen. Es können opeartionsbedingte Komplikationen auftreten.
Laparoskopische oder hysteroskopische Myomektomie
Entfernung eines oder mehrerer Myome mittels Bauch- oder Gebärmutterspiegelung.
Deutlich weniger invasiv als die offene abdominale Myomeentfernung. Myome können über drei kleine Spezialinstrumente, die am Bauch eingeführt werden, oder durch den Gebärmutterhals und die Vagina entfernt werden. Diese Methode ist nicht geeignet für große oder tief sitzende Myome. Der Erholungszeitraum liegt zwischen 1 und 4 Wochen. Es können operationsbedingte Komplikationen auftreten.
Hormontherapie
Behandlung mit sog. GnRH Analoga führt zur Schrumpfung von Myomen.
Nicht-chirurgische Methode zur Behandlung von Myomen.
Die Anwendung dieser Behandlung ist auf 6 bis 12 Monate beschränkt. Verursacht Menopause-ähnliche Symptome. Nach Beendigung der Behandlung kommt es zum Wiederauftreten der Symptome.
Embolisation der Gebärmutterarterie
Mittels Katheter werden Plastikpartikelchen in die Gebärmutterarterie injiziert. Dadurch wird die Blutzufuhr zu den Myomen blockiert und sie schrumpfen. sehr wenig invasiv, nur 2-3 Tage Krankenhausaufenthalt nötig Die Gebärmutter bleibt erhalten.
Seltene Risiken sind: früherer Eintritt der Menopause, schwere Entzündung, Blutung und Embolisation anderer Gebärmutteranteile Während der ersten zwei Tage nach der Embolisation treten oft starke Schmerzen auf.
Kontrolliertes Abwarten
Keine Behandlung, nur Beobachtung, zumeist Zunahme der Myomgröße und Zunahme der Beschwerden. Fast immer verschwinden die myombedingten Symptome mit dem Ende der Wechseljahre. Myome können weiter wachsen, wobei sich auch die Symptome verstärken. Haben Myome eine gewisse Größe überschritten, ist die Behandlung mit minimal invasiven Techniken oft nicht mehr möglich.
MR-gesteuerte Therapie mit fokussiertem Ultraschall
Nicht invasive ambulante Behandlung zur Verkleinerung der Myome. Erfordert keinen Krankenhausaufenthalt und keine Vollnarkose, schnelle Rückkehr in den Alltag. Die gesamte Gebärmutter bleibt erhalten. Es kann Myomgewebe unbehandelt bleiben oder es können an anderer Stelle neue Myome entstehen.
Ultraschallwellen verkleinern Myome
Mediziner der Klinik für Strahlenheilkunde der Charité in Berlin operieren gutartige Gebärmutter-Geschwülste neuerdings mit Schallwellen: Sie senden hochenergetischen Ultraschall durch die Haut der Patientin und fokussieren ihn auf eine Stelle im Myom. Binnen Sekunden entsteht in der anvisierten Region eine Temperatur zwischen 60 und 80 Grad Celsius, die Gewebe und Blutgefäße zerstört. Der Vorgang wird wiederholt, bis etwa ein Drittel des Geschwürs abgetötet ist. Mit Hilfe eines Kernspintomographen gewonnene Bilder erlauben die genaue Kontrolle über den Eingriff. Das Immunsystem der Patientin beseitigt die abgestorbenen Zellen in den folgenden Tagen, das Myom schrumpft und bereitet meist keine Beschwerden mehr. Anders als bei herkömmlichen chirurgischen Operationsverfahren kommt die Ultraschall-Behandlung ohne Schnitte aus. Nach der zwei- bis dreistündigen Beschallung kann die Patientin nach Hause gehen. Nur sehr große oder ungünstig gelegene Myome führen zu starken, schmerzhaften Monatsblutungen und müssen behandelt werden.
Apotheken Umschau/Gesundheit/GesundheitPro.de
04.11.2002
http://www.gesundheitpro.de/Myome-Bloss-keine-Panik-gesundheit-A050805ANOND008499.html
Myomembolisation gibt es schon seit 15 JAHREN!
22.05.2007
"Neue" Behandlungsmöglichkeit bei Myomen
Von Wolfgang Noelke
Einige Frauen wissen gar nicht dass sie ein Myom haben. Bei fast jeder dritten Frau bilden sich diese gutartigen Knoten in der Gebärmutterwand. Erreichen Myome eine gewisse Größe, führt das meist zu deutlich spürbaren Beschwernissen während der Regelblutung. Seit einigen Jahren existiert in Deutschland die Möglichkeit, auf die Entfernung der Gebärmutter zu verzichten und trotzdem Myome auch an komplizierten Stellen zu entfernen. Die Bremerin Victoria Norton hatte in einem Monate nur drei lebenswerten Wochen. Während der vierten Woche konnte sie kaum arbeiten, weil sie unter äußerst starken Regelbeschwerden litt: Das ist teilweise wie Durchfall. Sie können nicht so viel Binden und Tampons anwenden, dass sie wirklich länger als eine halbe Stunde von einer Toilette entfernt sein können. Sie können nachts nicht schlafen, weil sie ständig aufstehen müssen. Wenn sie irgendwohin fahren, müssen sie Handtücher mitnehmen, damit das Auto nicht vollgesaut wird. Es sind große Blutgerinnsel, die abgehen und ich rede inzwischen darüber, weil ich finde, es ist wichtig, auch andere Frauen zu ermutigen, darüber zu reden, dass ihnen nicht eingeredet wird, das bildeten sich Frauen ein. Man bildet es sich nicht ein! Es ist wirklich so schlimm! Die Gynäkologen diagnostizierten bei Victoria Norton ein großes Myom, das jedoch operativ nicht zu entfernen war, ohne die Gebärmutter zu zerstören: Manchmal kann man sie sehr gut heraus schälen und das ist super, auch in einer sehr schnellen Behandlung, die wirklich hilft, doch bei mir eben nicht. Und dann war ich irgendwann Ende 30 und ich ging immer wieder zu verschiedenen Gynäkologen und Gynäkologinnen und die haben mir nur immer wieder gesagt: Gebärmutter raus! Das ist ein krankes Organ, das muss raus! Das hat mir eine Gynäkologin gesagt, als ich so 35, 36 war.
Viktoria Norton wollte auf keinen Fall, dass ihre Gebärmutter entfernt wird und setzte sich mit verschiedenen Kliniken in Verbindung, um zu erfahren ob es nicht doch eine sanftere Methode gebe, das störende Myom zu entfernen. Ein solches Verfahren gab es. Aber in England und der erste, der es in Deutschland einführte, war der Radiologe an der Berliner Charité Dr. Thomas Kröncke. Myomembolisation heißt das Verfahren und bedeutet, die Blutzufuhr zum Myom zu unterbrechen:
Der Eingriff wird in lokaler Betäubung durchgeführt und dabei wird ein winziger Plastikschlauch, wenige Millimeter groß über die Leistenschlagader in den Körper hinein gebracht und kann dann mit der Röntgendurchleuchtung gesteuert werden im Körper. Wie in einem U-Bahnsystem kann man so einen Katheter dann an das Ziel-Blutgefäß, das man behandeln möchte, heranführen. Das sind im Falle der Myome die Gefäße der Gebärmutter und dort die Gefäße, die die Myome versorgen.
Diese Gefäße werden dann mit winzigen, etwa sandkorngroßen Kunststoffkügelchen verstopft. Dr. Kröncke:
Wo kein Blut hinfließt, kann keine Ernährung stattfinden. Das Myom muss sich irgendwo über den Blutstrom ernähren. Das wird unterbunden und führt dann zu einer Involution, so nennen wir das. Also, zu einem Rückgang in der Größe und der Ausdehnung dieses Myoms, bei gleichzeitigem Rückgang der Beschwerden.
Das Myom wird immer kleiner und ist im Idealfall nach drei Monaten nicht mehr sichtbar. Die Erfolgsquote läge bei 90 bis 95 Prozent. Die Möglichkeit, dass sich später ein neues Myom bilden würde, läge unter 20 Prozent sagt Dr. Kröncke, der die Methode noch nicht anwenden würde, wenn die Patientin noch einen Kinderwunsch hätte. Doch die Gefahr, dass eines der Kügelchen im Blutkreislauf verloren gehen würde, um die Blutzufuhr eines Eierstocks zu verstopfen, sei mit weniger als einem Prozent sehr gering. Myomembolisationen werden mittlerweile in mehreren deutschen Kliniken ausgeführt. Eine gute Klinik, so die seit vielen Jahren beschwerdefreie Viktoria Norton, sei daran zu erkennen, dass man dort ihren mit Myomen geplagten Patientinnen alle Methoden zur Wahl anbieten würde:
Wichtig ist, dass man wertfrei über die verschiedenen Möglichkeiten aufgeklärt wird, dass man nicht nur mit den Gynäkologen Termine bekommt, sondern auch den Radiologen sprechen kann. Das ist wichtig! Und dass man den Wunsch nach Gebärmutterserhalt einfach respektiert.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/627527/
UAE-KONSENSUS II
Uterusarterienembolisation
zur Myombehandlung
Ergebnisse des 2. Radiologisch-gynäkologischen
Expertentreffens
Thomas J. Kröncke, Matthias David et al.
In den letzten Jahren hat sich ausgehend von Frankreich und den USA mit der Uterusarterienembolisation (UAE) auch in
Deutschland ein Behandlungsverfahren bei Patientinnen mit myombedingten Beschwerden etabliert, das neue Möglichkeiten
bei der Therapieindividualisierung beim Uterus myomatosus eröffnet. Nach dem derzeitigen Stand der Literatur stellt die
Uterusarterienembolisation eine Alternative zur operativen Therapie des symptomatischen Uterus myomatosus dar. Gründlich informieren,kompetent beraten Für uns operativ tätige Gynäkologen ist es nicht einfach zu akzeptieren, dass ein interventionelles, nichtoperatives und noch dazu von fachfremden Kollegen durchgeführtes Verfahren seinen Platz im Spektrum der Myomtherapien
haben soll. Doch gerade wir Gynäkologen sollten uns gewahr sein, dass die UAE die Palette der Behandlungsmöglichkeiten
von Uterusmyomen bereichert und wir über den Einsatz dieser Methode selbst entscheiden können. Wir sollten uns deshalb
mit der UAE auseinandersetzen und sie dann im guten Wissen um die Methode in den Beratungen erwähnen.
Dann sind wir auch in der Lage, fachkompetent diese innovative Methode für einen selektierten Kreis betroffener Frauen zu indizieren. Durch vorurteilsfreie Beratung und so dokumentiertes fachliches Wissen können wir in der Sicht unserer Patientinnen nur gewinnen und müssen keinesfalls die Wegnahme therapeutischer Kompetenz durch andere Fachbereiche befürchten.
Prof. Dr. Dr. med. habil.
Winfried G. Rossmanith
Frauenklinik und Kooperatives
Brustzentrum
Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe
Diakonissenstraße 28
76199 Karlsruhe
rossmanith@diak-ka.de
http://web.rad.charite.de/static/pdf/Konsensus2007.pdf

