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Die Geburt der Gynäkologie
Eine Geschichte mit fatalen Folgen für die Frauenheilkunde, die bis heute - im wahrsten Wortsinn einschneidende - Wirkungen zeitigt
"Ein nach Kindererzeugung gieriges Tier ist der Uterus" (Aristoteles), "Die Eierstöcke sollen den Hoden gleichen" (Johann Christian Gottfried Jörg, 1832), "Der Samen ... der Frau ist unergiebig und kalt, unfähig zur Zeugung" (Galen), "Die weiblichen Organe werde ich nicht beschreiben, denn sie sind abscheulich" (Charles de Linné)...etc... Diese Liste sexistischer Aussagen von Philosophen, Ärzten und Wissenschaftern, die auf nichts anderem als extremen Frauenhass und -phobie beruhen, ließe sich endlos fortsetzen. Von der Antike bis zum heutigen Tag unterliegt das weibliche Geschlecht einer "wissenschaftlichen" Degradierung, die rational nicht nachvollziehbar ist. Es kann jedoch versucht werden, Zusammenhänge methodisch geschichtlich aufzuspüren, um zu begreifen, warum die Gynäkologie im Allgemeinen frauenfeindlich agiert und mit Frauenheilkunde im ursprünglichen Sinn nichts gemein hat.
Der "anormale Frauenleib"
Wenn wir sehen, dass die Geschichte der abendländischen Medizin und Wissenschaft eine "Geschichte der Abgrenzung gegen jede Form von Unordnung, eine Geschichte der Konstitution von Normen und Normalität" von Körper, Natur und vor allem der Geschlechter ist, wie Christina von Braun (Nicht ich, 1990) schreibt, wird erkennbar, dass es "Anormalität" an sich nicht geben darf - eine solche würde die "Normalität" selbst in Frage stellen - und so wurde quasi als Ausweg ein Begriff erfunden, der in seiner Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig lässt: die Hysterie, griech. hystéra (Gebärmutter). Jener Teil der weiblichen Physis also, den Männer nicht aufweisen und eine Fähigkeit, nämlich zu gebären, zu der sie nicht imstande sind, wurde schnurstracks als Abweichung von der männlichen und einzigen Norm inszeniert. Insofern kann die Gynäkologie als Versuch der Anpassung an diese Norm verstanden werden. Und dafür bestehen genügend Belege:
Den "Wahnsinn" austreiben
1848, nicht unzufällig im Jahr der Genese der ersten Frauenbewegung im Zuge der Bürgerlichen Revolution, lehrte Dr. Charles Meigs seine Studenden, das Studium der weiblichen Organe werde sie in den Stand setzen, "das Innerste, das Bewusstsein und die Seele der Frauen zu verstehen und zu kontrollieren" (zit. in Mary Dalys Gyn/Ökologie, 1978). Zehn Jahre später wurde die von Isaac Baker in Europa eingeführte Klitoridektomie von amerikanischen Gynäkologen als "Kur gegen weibliche Selbstbefriedigung" begeistert begrüßt. Als Dr. August Kinsley Gardner 1852 zur "Therapie" gegen "liederliche Frauen" - Frauenrechtlerinnen, Lesben, Hebammen etc., also all jene, die auf ihre Selbstbestimmung pochten - aufrief, war der Boden für die mörderische Frauenfeindlichkeit in der Gynäkologie äußerst fruchtbar aufbereitet. Folgerichtig verkündeten in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts Ärzte wie Isaac Ray, die "Ursache für die Neigung der Frauen zu Hysterie, Irrsinn und Kriminalität" liege in ihren Geschlechtsorganen. Eine vorläufige Spitze des Wahnsinns bildete dann die Publikation von Dr. Robert Batteys Erfindung der weiblichen Kastration: die Entfernung der Eierstöcke zur "Heilung von Wahnsinn". In den nächsten Jahrzehnten geriet die Ovarien-Entfernung bei den Gynäkologen geradezu zur Besessenheit und wird auch heute noch "aus Vorbeugung gegen Krebs" angewandt, wie viele Frauen aus eigener leidvoller Erfahrung wissen.
Zurück zum Anfang
Die Gynäkologie ist also eine relativ junge Wissenschaft, die entgegen der allgmeinen Meinung, besonders unter ÄrztInnen, nicht aus dem Nichts im 19. Jahrhundert entstanden ist, sondern als eine direkte Reaktion auf zwei unterschiedlichen Ebenen, die jedoch ein zusammengehöriges und in sich schlüssiges Szenario ergeben. Zum einen wurde (und wird) sie, wie oben ersichtlich, als Kontrollinstrument der "entarteten weiblichen Physis" verstanden, indem die normalen weiblichen Organe als anormal eingestuft werden, umso mehr, wenn ihre Trägerinnen rebellisch, also gegen das System kämpfend sich verhalten. Insoferne war die Durchsetzung der Gynäkologie eine unmittelbare Reaktion auf den Feminismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zum anderen wird anhand historisch-herstorischer Studien überdeutlich, dass der Zusammenhang mit der Inquisition, also der Verfolgung und Ermordung von Hebammen und anderen heilkundigen Frauen, und dem Aufstieg der männlich-universitären Ärzteschaft ein logisches und nicht zu vernachlässigbares Faktum darstellt. - Lesen sie darüber in den kommenden Tagen.
Die tatsächliche, nämlich im wahrsten Sinne tödliche, Verdrängung der Frauen aus der Frauenheilkunde war gründlich und hat(te) fatale Folgen. Und sie kann nur so verstanden werden, wenn wir hören, was der Leiter des ersten Wiener Gebärhauses, Lukas Böer, 1780 allen Ernstes gemeint hat: "Ich habe da begonnen, wo es noch keine Geburtshilfe gab" (zit. in Katharina Riese: In wessen Garten wächst die Leibesfrucht?, 1983). Aber wahrscheinlich hätte er auch bei einem diesbezüglichen Hinweis die Hexenverbrennungen als die Vorgeschichte seines Aufstiegs als internationale Kapazität der Geburtshilfe nicht begreifen können, ein Wissen, das wir ja bei der heutigen GynäkologInnenschaft ebenso zu vermissen haben.
Verdrängung mit Folgen
Die Konsequenzen aufgrund des ausgerottenen Wissens der heilkundigen Frauen waren und sind katastrophal. Riese schreibt, dass die "Wurzeln der Fehler, die die Gynäkologie vom 18. Jahrhundert bis heute macht", tief reichen und dass es dem Patriarchat in keiner seiner Phasen gelungen ist, "sich das matriarchale Wissen bzw. seine Reste einzuverleiben". Ein paradigmatischer Fehler, der in die Geschichte eingegangen und allgemein bekannt ist, betrifft die Außer-Acht-Lassung der Sterilitätsregeln von Geburtshelfern. Während des 18. Jahrhunderts starben alleine in Wien Tausende von Frauen an Kindbettfieber, einer Leichengift-Infektion, welche in den ungewaschenen Händen der sezierenden Ärzte begründet lag. Darüber hinaus war es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gynäkologischer Usus Frauen blind tastend unter der Bettdecke, "deren Enden sie sich wie eine Serviette um den Hals banden, in dunklen Zimmern, oft mit verbundenen Augen" zu untersuchen.
Siegreiche Kontrolle
Dem zum Trotz ging die männliche, als "wissenschaftlich" ausgewiesene, Gynäkologie als Siegerin hervor und den Hebammen wurde die selbständige Weiterentwicklung der Frauenheilkunde strengstens untersagt. Sie mussten sich zur politischen Mitarbeit im Sinn einer Kontrolle über Frauen verpflichten und waren und sind selbst der Kontrolle von ÄrztInnen unterstellt. Dass es sich hierbei um patriarchal kirchlich-staatliche Interessen im Sinne einer "angemessenen Bevölkerungspolitik" handelt(e), ist einleuchtend. Wie die Kontrolle des weiblichen Körpers - Verhütung, Geburten, Abtreibungen - den Frauen enteignet wurde, soll im Artikel Entmachtung der Hebammen erörtert werden. (dabu)
http://diestandard.at/text/?id=2091697
Noch im Jahre 1848 verkündete der berühmte Berliner Pathologe Rudolf Virchow: "Das Weib ist eben Weib durch seine Generationsdrüse" (!) und die Menstruation wurde zur krankhaften Erscheinung, d.h. die Gebärmutter funktionierte nach diesen neuen (männlichen) Vorstellungen nur in der Schwangerschaft und in der Stillzeit "normal". Nachdem die Operationen an Eierstöcken (noch lange - im Rahmen des Homologie-Modells der Geschlechter - als "weibliche testiculi" bezeichnet) und Gebärmutter technisch beherrschbar geworden waren, weiteten sich ihre Anwendungsgebiete rasch aus. Die (chirurgische) Entfernung der Eierstöcke und diverse Eingriffe zur Verlagerung oder Befestigung der Gebärmutter im Bauchraum wurden bald als Allheilmittel gegen zahlreiche, vor allem nervöse Leiden gepriesen. Dazu gehörte auch die (weibliche) Hysterie, an der ein enormes, gesellschaftliches Interesse aufgekommen war (wohl wg. "Suffragetten" - Frauenbewegung): Nur das unreife, unentwickelte Nervensystem der Frau - so hieß es jedenfalls aus männlicher Sicht - würde zu hysterischen Reaktionen neigen. Der Arzt und Wissenschaftler Emil Kraeplin (1856-1926) beschrieb Hysterikerinnen als "gleichgültig gegen fremdes Leid, rücksichtslos gegen ihre Umgebung" und als "Virtuosen des Egoismus, die nicht selten in unglaublicher Weise ihre Umgebung tyrannisieren und ausbeuten". So manche Frau, die zu jenen Zeiten gegen die überaus beengenden Rollenvorschriften der großbürgerlichen Gesellschaft - es war das puritanische "viktorianische Zeitalter" - rebellierte, mag auf diese Weise für "krank" erklärt worden sein - TS-Analogien sind unverkennbar.
Es dürfte deshalb nicht verwundern, daß in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Millionen von "hysterischen" Frauen ohne viel Federlesens kastriert wurden - der hippokratische Eid wurde geradezu ins Gegenteil verkehrt. Besonders der französische Arzt und Gynäkologe Charcot war für die Entfernung gesunder Eierstöcke, zwecks Behandlung hysterischer Symptome, berüchtigt. Aber auch in den USA uferte die Entwicklung aus, nicht zuletzt bezüglich vieler Insassinnen von Irrenanstalten - noch 1906 klagte der amerikanische Arzt Ely van de Warker über die vielen Ärzte, die die Eierstockentfernung als "Operation von der Stange" praktizierten:
"Einige dieser Ärzte haben sich, als der Wahnsinn seinen Höhepunkt erreicht hatte, öffentlich damit gebrüstet, daß sie in ihren Praxen bis zu zweitausend Eierstöcke entfernt hatten". Doch auch er hatte mit dieser Kritik nicht unbedingt das Wohl der Frauen im Auge, sondern ihre "Pflicht zum Gebären": "Die Eierstöcke einer Frau gehören dem Volke - sie - hat sie lediglich in Treuhandschaft. Ohne sie ist ihr Leben nutzlos". Wir sehen: "Lebensborn"-Ideologie, "Mein Bauch gehört mir" - Kampfparole und ewig §218 - Diskussion - alles nichts Neues unter der Sonne! "Ein Kastrat heilt alle Wunden". So haben wir unsere Betrachtungen über eines der interessantesten Faszinosa der Menschheitsgeschichte angefangen. Wir beenden sie mit der Feststellung, daß dem wohl nicht so ist...!
Im Gegenteil: Immer neue Wunden werden aufgerissen, je mehr der Mensch in die Natur eingreift - jedenfalls im human-geschlechtlichen Sinne. Denn dass im Tierreich die Kastration schon seit Jahrtausenden - und in neueren Zeiten entsprechend perfektioniert bzw. nutzbringend gesteigert - zur Normalität gehört, sei hier nur nebenher erwähnt: wir wollten uns in dieser Abhandlung ja auf die Spezies Mensch beschränken. Mit der (schleichenden) Manipulation des Menschen über den Kastrationsvorgang (aus den letzterwähnten, ideellen Gründen) und mit der Etablierung der damit einhergehenden (vorgetäuschten) "Normalität" werden die Übergänge zwischen Mensch und Tier jedoch immer fließender - Orwell und Huxley lassen grüßen...!
http://transmythos.wildsidewalk.com/texte/kastration.html
Treatment of Hysteria in the 19th Century - In Which Way Did German Psychiatrists View Castration?
T. Splett1, H. Steinberg2
1 Neuendorf/Würzburg
2 Archiv für Leipziger Psychiatriegeschichte, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Universität Leipzig
Zusammenfassung
Bis weit in das 19. Jahrhundert hatte sich an der aus der griechisch-römischen Antike überkommenen Therapie der „Hysterie”, jener inhomogenen Gruppe somatischer, neurologischer und psychiatrischer Symptome, nichts Wesentliches geändert. Diätetik, physikalische Anwendungen sowie kleinere chirurgische Eingriffe bestimmten die therapeutischen Maßnahmen dieser der Gynäkologie zugeordneten Erkrankung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zog man die Ovarektomie zur Behandlung der Hysterie heran. Insbesondere der Gynäkologe Alfred Hegar (1830 - 1914) versuchte, die Indikationsstellung dieser Operation auf Erkrankungen des Nervensystems auszudehnen. Die von den Gynäkologen aufgezeigte therapeutische Alternative stieß in der sich etablierenden Psychiatrie auf ein geteiltes Echo. Befürwortet wurde die Ovarektomie von Richard von Krafft-Ebing (1840 - 1902) als Vertreter der Degenerationslehre und Paul Flechsig (1847 - 1929), die die Operation als Ultima Ratio veranlassten. Die stärkere Gewichtung funktionell-neurologischer Störungen und ein unter Emil Kraepelin (1856 - 1926) einsetzendes Verständnis für die psychologische Komponente dieser Erkrankung, wofür vor allem der Leipziger Nervenarzt Paul Julius Möbius (1853 - 1907) Wichtiges leistete, aber auch nicht zuletzt die Erfolglosigkeit der Operationen führten zur Ablehnung chirurgischer Eingriffe und zur Weiterentwicklung konservativer Maßnahmen unter psychologischen Gesichtspunkten. Deren Grundlage hatte Adolf Strümpell (1853 - 1925) bereits 1884 als „psychisches Trauma” bezeichnet und Möbius zu einem frühen Konzept ärztlicher Psychotherapie ausgebaut, noch bevor Sigmund Freud (1856 - 1939) hysterische Störungen mit Hilfe der psychokathartischen Methode zu behandeln versuchte.
Seit 1950 bis 2005 reiht man sexuelle Dysfunktionen bei Frauen noch immer in "psychische" Kopfprobleme ein!
Wie soll sich da ein wissenschaftlicher moderner Zugang auf Grund der biochemischen und anatomischen Gegebenheiten durchsetzen können?
Department of Psychiatry, MetroHealth, Cleveland, OH 44122, USA. rsegraves@metrohealth.org
INTRODUCTION: Hypoactive sexual desire disorder (HSDD) is a common problem that is often treatment refractory. This refractoriness to treatment is reflective of our lack of knowledge concerning the determinants of sexual libido in women. AIM: To review the development and current status of information concerning the diagnosis and treatment of HSDD. METHODOLOGY: Literature on HSDD published between 1950 and 2005 was reviewed.
RESULTS: Historically, HSDD was considered to be a psychiatric disorder. Thus, the diagnostic criteria utilized in studies of interventions for this disorder are based on the Diagnostic and Statistical Manual of the American Psychiatric Association. This system was never designed to encompass organic causes of sexual dysfunction and has evolved by expert opinion. If the syndrome is poorly defined by these diagnostic criteria, this could limit progress in this field. Epidemiological studies have found that approximately 24-43% of women complain of low sexual desire in the preceding year. The percentage of the population meeting diagnostic criteria for HSDD is probably much lower. There has been considerable progress in the development of psychometrically sound instruments for the assessment of libido. The development of approaches to treatment was reviewed. Approaches to treatment have evolved in three major areas: psychological, hormonal, and use of psychopharmacological agents. There is some evidence of efficacy utilizing all three approaches. The major evidence of efficacy concerns the use of testosterone therapy. Long-term safety data concerning this treatment are absent. CONCLUSION: There is a rapidly expanding knowledge base concerning the diagnosis and treatment of HSDD. However, the contemporary clinician is faced with the absence of an approved treatment for this disorder and the lack of clear guidelines concerning the indications and safety of the use of non-approved agents.
Publication Types:
• Historical Article
• Research Support, Non-U.S. Gov't
• Review
PMID: 16681466 [PubMed - indexed for MEDLINE]
Dass Eierstöcke extrem wichtig sind für die Gesundheit wußte man schon vor mehr als 100 Jahren!
Hier ein Kommentar und ein Buchtipp dazu aus einem Gynäkologiebuch von 1901hingewiesen in einem amerikanischen blog aus 2007:
How long have gynecologists known that it detrimental to women's health to remove ovaries? How long have gynecologists been removing ovarian cysts?
Here is an excerpt regarding the removal of ovarian cysts from "The Textbook of Gynecology" by Charles Alfred Lee Reed, published in 1901, Page 4: "The subsequent condition of the patient will be much more nearly normal if sufficient ovarian tissue is preserved to keep up the menstrual molimen, and thus to prevent a premature occurrence of the change of life, with all that it implies." That's right, it was published in 1901. They seemed to be much more concerned about women's health over a hundred years ago. In reading this book, it's hard to believe it was written in 1901 because most of it seems current.
Here is the link:
http://books.google.com/books?id=6xQoEV6fwgMC&printsec=titlepage&dq=1899+gynecology&ie=ISO-8859-1#PPA130,M1
Female sexuality and OOPHORECTOMY- CASTRATION
This medical "solution" to the "problems" of female sexuality reaches its apex during the Victorian era in Britain, and continues to be performed until the 1950s in the United States: "Reprise par LEVRET, cette solution radical inaugure une stratégie répressive de la sexualité féfminie don't le sadisme va s'accenteur tout au long du XIXe siècle.
Appliquée pour la première fois en 1822 par GRAFFE au traitement de la "folie masturbatoire," la clitoridectomie est érigée en panacée quarante ans plus tard par BAKER-BROWN, chirurgien britannique de renom qui passe à la postérité comme le champion de l'excision "thérapeutique." A la meme époque, l'américain BATTEY, autre grand mutilateur propose l'ovariectomie q'il qualifie de "normale," c'est-ˆ-dire la castration féminine, enguise de traitement de divers troubles nerveux. Culminant à lépoque victorienne en Angleterre et aux Etas-Unis, cette mysoginie médicalisée va se prolonger dans ce dernier pays jusqu'au courant du XXe siècle, où elle trouvera encore e'ultimes adeptes jusque dans les années cinquante. Ainsi les indications médicales des mutilations sexualles évoluent du domaine de la pathologie morphologique à celui de la pathologie psychologique" [Adapted by Levret, this medical solution inaugurates a strategy of repression of female sexuality the sadism of which will increase all through the 19th century. Clitoridectomy was first used in 1822 by Graefe to treat "masturbatory madness," and forty years later, it was chosen as a panacea by Barker-Brown, the famed British surgeon who will be remembered by posterity as the champion of "therapeutic" excision. At about the same time, Battey, an American, and also a great mutilator, proposes ovariectomy, that is female castration, which he defines as "normal," as a means of treatment for a number of nervous ailments. This medicalized form of misogyny culminates in England during the Victorian era, but in the United States, it will continue to be performed during the 20th century, with some doctors still prescribing it in the 1950s. This is how the medical uses of sexual mutilation evolve from the domain of physical pathology to that of psychological pathology] (156).
http://humwww.ucsc.edu/CultStudies/PUBS/Inscriptions/vol_6/Lionnet.html

