Hier können Sie in unserem FEMICA-FORUM
mit anderen Betroffenen über ihre Erfahrungen diskutieren!
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ETHIK - MEDIZINETHIK
Als grundlegende Werte, die im Gesundheitswesen verwirklicht werden sollen, gelten das Wohlergehen des Menschen, das Verbot zu schaden ("Primum non nocere") und das Recht auf Selbstbestimmung der Patienten (Prinzip der Autonomie), allgemeiner das Prinzip der Menschenwürde.
Gleichheitsgrundsatz
Artikel 7 Bundes-Verfassungsgesetz
(2) Bund, Länder und Gemeinden bekennen sich zur tatsächlichen Gleichstellung von Mann und Frau. Maßnahmen zur Förderung der faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern insbesondere durch Beseitigung tatsächlich bestehender Ungleichheiten sind zulässig.
Weshalb werden öfter Operationen am weiblichen Unterleib vorgenommen als am männlichen? Weshalb hat man weniger Skrupel Eierstöcke zu entfernen als Hoden?
Charta der Grundrechte der Europäischen UnionDie 15Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben am 07. Dezember 2000 auf dem Gipfel in Nizza die neue EU-Grundrechtecharta feierlich verkündet.
(Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation - BAR-Information Nr. 5/2000).
Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang auch Artikel 3 „Recht auf Unversehrtheit".
1. Jede Person hat das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit.
2 . Im Rahmen der Medizin und Biologie muss insbesondere Folgendes beachtet werden:
- die freie Einwilligung der betroffenen Person nach vorheriger Aufklärung entsprechend den gesetzlich festgelegten Modalitäten, .....
Müssten Frauen und ihre Partner demzufolge nicht genauestens über alle möglichen Konsequenzen der Entfernung der weiblichen Geschlechtsorgane, wie die Fachliteratur sie beschreibt, aufgeklärt werden?
Müssten demzufolge, wenn nur irgendwie möglich, vorrangig organerhaltende Massnahmen gesetzt werden, bevor ganze Organe bei Frauen prophylaktisch entfernt werden?
Die WHO hat Gesundheit als ein menschliches Grundrecht anerkannt. Die Förderung sexueller Gesundheit erfordert Veränderungen in der Gesellschaft, in Politik, Recht und Kultur, und daher wird auch hier die Betonung der Menschenrechte empfohlen.
Zum Beispiel hat das United Nations Development Program (UNDP) die folgende offizielle Position formuliert:
...1. Sexuelle Gesundheitsanliegen in Bezug auf körperliche Integrität und sexuelle Sicherheit ...Milderung der sexuellen Folgen von Krankheiten und medizinischen Behandlungen (auch der Chirurgie)....
Sexuelle Rechte sind universelle Menschenrechte, und sie gründen in der angeborenen Freiheit, Würde und Gleichheit aller Menschen. So wie die Gesundheit ein fundamentales Menschenrecht ist, so muss es auch die sexuelle Gesundheit sein. Um sicherzustellen, dass Menschen und menschliche Gesellschaften eine gesunde Sexualität entwickeln, müssen die folgenden sexuellen Rechte von allen Gesellschaften in jeder Weise anerkannt, gefördert, respektiert und verteidigt werden. Sexuelle Gesundheit entsteht in einer Umgebung, die diese sexuellen Rechte anerkennt, respektiert und ausübt.
Die Auswirkungen und die Wichtigkeit der Probleme im Zusammenhang mit fehlender Gleichberechtigung von Männern und Frauen sind inzwischen weltweit anerkannt .
Sexuelle Funktionsstörungen.
Das Problem sexueller Syndrome ist kürzlich beleuchtet worden. Die Prävalenz sexueller Funktionsstörungen wurde für einige Populationen festgestellt. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel wurde eine Prävalenzrate von 43% für Frauen und 31% für Männer gemeldet. Sexuelle Funktionsstörungen beeinträchtigen auch die Lebensqualität, und verschlimmern andere Gesundheitsprobleme wie Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Diabetes, und sie führen auch oft zu unterdrückter Wut und Depression .
http://www2.hu-berlin.de/sexology/GESUND/ARCHIV/DEUTSCH/PAHODE.HTM
Eine Kastration ist eine Operation, die den Menschen verstümmelt, ihn weitgehend verändert und dies in eine ungünstige Richtung. Sie wird mit Recht als Verkrüppelung betrachtet und ist zu allen Zeiten von einer Atmosphäre des Unbehagens, der Angst und des Abscheus umgeben gewesen.
Die chirurgische Kastration - die operative Entfernung der Keimdrüsen (Eierstöcke, Hoden) . wie auch die hormonale (medikamentöse) Kastration stellen einen radikaleren Eingriff dar und führen zu Persönlichkeitsveränderungen. Die Kastration darf keinesfalls als Methode zur Beseitigung der Fortpflanzungsfähigkeit zugelassen werden.
Die Lehre erachtet die Sterilisation als eine schwere Körperverletzung im Sinne von Artikel 122 des Strafgesetzbuches. Die Einwilligung des Patienten bzw. der Patientin hebt die Rechtswidrigkeit einer Sterilisation auf. Im Rahmen einer Behandlung, deren Ziel nicht eine Heilung ist, die aber . wie die Sterilisation - eine erhebliche Bedeutung für den Patienten
oder die Patientin hat, ist die Zustimmung besonders wichtig.
23 Zustimmung der betroffenen Person
Die Meinungen in der Lehre über die Art der Zustimmung gehen jedoch auseinander. Sie muss auf einer ernsthaften und freien Willensäusserung beruhen, die sich ihrerseits auf eine
hinreichende Aufklärung nicht nur über die Art des Eingriffes, sondern auch über seine Risikenstützt11. Für eine chirurgische Sterilisation ist die schriftliche Zustimmung der urteilsfähigen
Person erforderlich12. Eine unter Zwang, Drohung, Täuschung oder Irreführung erhaltene Zustimmung bleibt ohne Wirkungen13. Im Falle einer Sterilisation oder einer Kastration muss der Eingriff zudem aus wichtigen Gründen gerechtfertigt sein14.
Quelle: Schweiz: Parlamentarische Initiative Entschädigung für Opfer von Zwangssterilisationen Vorentwurf und erläuternder Bericht der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates
vom 6. November 2001
http://www.rhf.admin.ch/themen/sterilisation/99451-pi-entschaedigung-d.pdf
Die möglichen schweren körperlichen Ausfallserscheinungen nach Totaloperationen und die daraus resultierenden sexuellen Probleme, physischer und psychischer Natur, werden mit den natürlichen Wechseljahrsbeschwerden gleichgesetzt und die betroffenen Frauen, wie im 19. Jahrhundert, als "hysterisch" "überempfindlich" und als "sich zu sehr mit den weiblichen Organen identifizierend" dargestellt. Bei keinem anderen Organ des menschlichen Körpers werden das körperliche und seelische Leid des Organverlustes negiert und ignoriert, nur bei den weiblichen Geschlechtsorganen wie Gebärmutter und Eierstöcken!
Keinem Mann würde man nach einer Hodenentfernung nicht glauben, dass es ihm nicht gut geht! Eine Frau hingegen muss auch noch im 21. Jahrhundert den Verlust ihrer Geschlechtsorgane und dessen lebenslange Konsequenzen widerspruchslos vertragen, die Ignoranz diesbezüglich ertragen und so funktionieren wie vorher, als sie körperlich intakt war! Viel zu oft werden Frauen mit Problemen nach Unterleibsoperationen damit konfrontiert, dass Ihnen gesagt wird, sie seien die einzigen, die Probleme hätten, und dass Hysterektomien und Ovarektomien keinerlei gesundheitliche Konsequenzen haben könnten.
Es gibt sogar Fachleute, die meinen, die betroffenen Frauen seien "psychisch überlagert", wenn sie ihre Hysterektomie samt der Eierstockentfernung, egal wie alt sie sind, nicht vertragen(was aber nichts anderes als die de facto "Kastration" für den Körper bedeutet)! Diese Fachleute, die auch weiblicher Natur sein können, behaupten dann, besagte Frauen würden sich zu sehr mit ihren eigenen Organen identifizieren! Die meisten Frauen glauben dies dann auch, resignieren und getrauen sich nicht mehr dagegen zu argumentieren. Und da es sich um den Intimbereich handelt, kommt die Scham darüber zu sprechen hinzu, und somit ist das Schweigen vorprogrammiert: die betroffene Frau und auch deren Partner und Familien sind extrem belastet. Und sie werden in ihrem Leid nicht verstanden und alleine gelassen. Oft hören die betroffenen Frauen Sätze wie:„Andere stellen sich aber nicht so kompliziert an, und haben die Hysterektomie oder Ovarektomie wunderbar vertragen.“ "Aber das ist doch nur alles in Ihrem Kopf!"
Häufigkeit von Hysterektomien von Land zu Land verschieden:
In den 90er-Jahren schwankte die Zahl der Hysterektomien pro 100.000 Frauen zwischen 550 in USA und 90 in Frankreich. Für Deutschland wird der Anteil der Hysterektomien pro 100.000 Einwohnerinnen zwischen 350 und 181 (Durchschnitt der Jahre 1995 bis 1997, alte Bundesländer) angegeben. Allgemein wird davon ausgegangen, dass in Deutschland jede 3. Frau im Laufe ihres Lebens von einer Hysterektomie betroffen ist. Für die unterschiedliche Häufigkeit der Hysterektomien in verschiedenen Ländern mag es im Einzelnen sehr verschiedene Gründe geben. Diese Unterschiede können aber sicher nicht dadurch erklärt werden, dass die Frauen in diesen Ländern so unterschiedlich häufig an Erkrankungen leiden, die eine Hysterektomie zu Folge haben müssen. Das heißt, die Häufigkeit von Hysterektomien ist durch Veränderungen im System der Versorgung, z.B.
durch Veränderung der Entscheidungsprozesse, beeinflussbar. Dafür spricht sehr eindrucksvoll eine Untersuchung aus der Schweiz Ende der 80er-Jahre. In einer vom Gesundheitsamt im Kanton Tessin in Auftrag gegebenen Studie ging es um die Notwendigkeit und Häufigkeit bestimmter Operationen. Die wichtigsten Ergebnisse waren (zitiert nach Strathenwerth 1994, S. 33f): - “Es stellte sich heraus, dass die Rate der Gebärmutterentfernungen unter der weiblichen Gesamtbevölkerung doppelt so hoch lag wie bei den Ehefrauen von Ärzten. Bei diesen wurde die Notwendigkeit des Eingriffs offenbar sehr viel gründlicher abgewogen.
- Gynäkologinnen schienen dem Eingriff wesentlich skeptischer gegenüber zu stehen als ihre männlichen Kollegen: Sie schlugen eine Gebärmutterentfernung nur halb so oft vor.
- Darüber hinaus fanden die Tessiner heraus, dass die Häufigkeit der Hysterektomien abhängig von der Zahl der in einer Region niedergelassenen Gynäkologen und der verfügbaren chirurgischen Betten war.”
Das dortige Gesundheitsamt hat daraufhin Medienkampagnen gestartet, in denen die Bevölkerung zum Thema überflüssige Operationen und über die Rechte der Patientinnen aufgeklärt wurde, in deren Folge die Zahl der Hysterektomien um rund ein Drittel zurückging. In jüngster Zeit wurden eine Reihe von Studien veröffentlicht, die einen Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und Hysterektomiehäufigkeit insofern zeigen, als Frauen unterer sozialer Schichten häufiger eine Hysterektomie
hatten, als Frauen höherer sozialer Schichten. In eine ähnliche Richtung zeigen auch die Daten der Bremer Befragung aus dem Jahr 2000. Als mögliche Ursachen dafür wird in der Literatur angegeben, dass Frauen unterer Bildungsschichten später in ärztliche Behandlung gehen und dass ihnen häufiger eine Hysterektomie empfohlen wird bzw. sie diese Behandlungsart häufiger wählen. Für Deutschland liegen einige repräsentative Daten aus den 80er- und 90er-Jahren vor. Stratenwerth berichtet aus den 80er-Jahren, dass zwischen 20 und 40 Prozent der über 50-jährigen Frauen eine Gebärmutterentfernung berichteten. Befragungen für den Nationalen Gesundheitssurvey Anfang der 90er-Jahre in den alten (1990/91) und neuen (1991/92) Bundesländern ergaben für die alten Bundesländer vergleichbare Ergebnisse und zudem deutliche Ost-West-Unterschiede. In den alten Bundesländern gaben rund 26% der 45 bis 54-jährigen und rund 30% der 55 bis 69-jährigen Frauen eine Gebärmutterentfernung an. In den neuen Bundesländern waren diese Anteile mit rund 18% der 45 bis 54 Jährigen und rund 20% der 55 bis 69 Jährigen deutlich niedriger.
Für Bremen liegen aktuelle Daten aus einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Jahr 2000 des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) vor, auf die weiter unten ausführlich eingegangen wird. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Hysterektomiehäufigkeit in Deutschland heute deutlich niedriger ist als in den 80er-Jahren. Die bereits erwähnte BIPSBefragung im Jahr 2000 wurde im Rahmen eines EUProjektes mit finnischen, spanischen, britischen und portugiesischen Kooperationspartner/innen durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigen, dass von den verglichenen Regionen der Anteil der hysterektomierten Frauen in Bremen am höchsten ist. Als Fazit ist festzuhalten, dass es keine Zweifel daran gibt,
dass die Hysterektomie in westlichen Ländern zu häufig durchgeführt wird. Dies hängt damit zusammen, dass noch immer die Hysterektomie bei gutartigen Erkrankungen den schonenderen und organerhaltenden Vorgehensweisen vorgezogen wird. Eine bessere Information der Frauen und höhere Transparenz von Seiten der Krankenhäuser könnte die Situation bessern.
http://www2.bremen.de/info/frauengesundheitsbericht/Downloads/kap1_5.pdf
Docteur,vous me faites très mal!
Peu d’entre nous ont été formés et enseignés par nos maîtres à considérer les douleurs de nos patientes comme des maladies à part entière avec leurs explications et leurs traitements spécifiques.
Nous considérons par ailleurs trop souvent que la douleur est la rançon inévitable de nos actions, de nos gestes et projets de traitements et faisons mine d’oublier que nous vous faisons souvent vraiment mal quand on vous examine, ou encore lors de la pratique de divers examens nécessaires au diagnostic ou encore à l’appréciation de l’efficacité de nos thérapeutiques.
« Mais non cela ne fait pas mal, voyons madame » !
Combien de patientes nous sommes nous allés à qualifier de « douillettes » sinon de « pusillanimes » car sous nos mains pourtant si expertes elles s’étaient laissées aller à exprimer leur douleur : accepter l’idée que l’on fait mal nous serait tellement moralement insoutenable !
Avez-vous remarqué, ici encore, comment les femmes sont mal loties par les sociétés et les cultures ?
Oui car elles ont à toujours tenté de normaliser les douleurs féminines comme si elles étaient intrinsèques à la nature même féminine ! En quelques sortes une fatalité inhérente à la féminité !
Ouille, une douleur de prostate, oui, ça fait vraiment mal, nul doute ! Mais une douleur utérine, bof, ce n’est pas si terrible que ça à supporter estime la rumeur populaire !
Les douleurs de règles, les migraines menstruelles, et encore les douleurs pendant les rapports et autres douleurs de sein ne sont pas vraiment vécues ni par la société ni même souvent par les médecins comme des douleurs d’estomac ou de dos par exemple.
N’est-on pas allés jusqu’à mystifier les femmes quant aux douleurs de l’accouchement en voulant les persuader qu’il s’agissait de « bonnes douleurs » (!).
Les médecins doivent changer leurs mentalités et accepter de considérer les douleurs de leurs patientes comme de véritables maux à combattre par tous les moyens : ceux-ci existent, il suffit simplement d’avoir envie de les employer.

