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GEBÄRMUTTERENTFERNUNG I
Vieles zum Thema Gebärmutterentfernung ist zu hinterfragen
Die überflüssigen Hysterektomien sind ein Symptom für die Schwächen unseres Gesundheitsversorgungssystems.
Was Frauen verlieren, wenn ihre Gebärmutter entfernt wird
Ohne Gebärmutter fühlen sich viele Frauen nicht mehr als Frau. Tiefe Trauer, sogar Depressionen sind mögliche Folgen. Hinzu können Inkontinenz, sexuelle Unlust oder eine vorzeitige Menopause kommen.
Mehr zum Thema: Der Uterus - das unterschätzte Organ
Margit* kann es noch immer schwer fassen: "Ich hätte nie gedacht, dass die Folgen einer Unterleibsoperation so gravierend sein können. Ich fühle mich regelrecht kastriert." Margit hat eine Totaloperation (radikale Hysterektomie) hinter sich. Davon sprechen Mediziner, wenn einer Frau der Gebärmutterkörper und der Gebärmutterhals entfernt werden. Bleibt der Gebärmutterhals stehen, bezeichnen Ärzte die Operation als subtotale Hysterektomie. Manchmal werden bei dem Eingriff auch die Eierstöcke und Eileiter herausoperiert. Margit ist kein Einzelfall. "Viele Frauen merken erst nach der Gebärmutterentfernung, dass sie etwas Wichtiges verloren haben", sagt Dr. Barbara Ehret, Geschäftsführerin des Internationalen Zentrums für Frauengesundheit (IZFG) in Bad Salzuflen. "Die Gebärmutter ist ein Identifikationsorgan. Sie gehört zu einer Frau, ohne dass sie sich darüber groß Gedanken macht", urteilt die Gynäkologin. "Ihr Entfernen bedeutet für viele Frauen den Verlust ihrer Weiblichkeit." Entsprechend heftig können die Reaktionen ausfallen. "Ärger, Wut, Trauer bis hin zu großen Depressionen", beschreibt Ehret, die lange Zeit Chefärztin einer gynäkologischen Reha-Klinik war.
Nach einer Totaloperation kommen Frauen eher in die Menopause
Dazu kommen körperliche Folgen: Die Wundheilung kann bis zu einem dreiviertel Jahr dauern, 7-9 Prozent der Frauen entwickeln Ehret zufolge Darm- und Blasenprobleme, oft gerät das Hormonsystem durcheinander. So kämen Frauen, denen die Gebärmutter entfernt wurde, im Schnitt vier Jahre früher in die Menopause, berichtet die Frauenärztin. Denn die Eierstöcke werden nach dem Eingriff schlechter durchblutet und stellen daraufhin ihre Hormonproduktion ein. Erfolgt bei einer Hysterektomie auch die Entfernung der Eierstöcke, kommt die Frau sogar sofort in die Menopause. Sie überspringt die Wechseljahre, in denen der Körper sich langsam an die neue Hormonsituation gewöhnt. Das sei "ziemlich grausam, sogar wenn eine Frau schon weit in den Wechseljahren ist", sagt Ehret. "Ich kenne 52-jährige Frauen, die noch Monatsblutungen hatten und nach dem Entfernen der Eierstöcke total abgestürzt sind. Sie litten unter Schlaflosigkeit, Hitzewallungen, depressiven Verstimmungen und einem sehr labilen Nervenkostüm, aber auch unter einer trockenen Scheide und sexueller Unlust."
Das sexuelle Empfinden lässt nach
Nach einer Gebärmutterentfernung leidet oft auch die Sexualität. Viele Frauen empfinden keine Lust mehr. Bis zu neun Monate könne es dauern, bis operierte Frauen sexuelle Aktivitäten wieder genießen könnten, sagt Ehret. "Auch Frauen, die besonders viel Freude am Sex hatten, klagen oft darüber, dass sie keine so intensiven Lustgefühle mehr erleben." Das gilt besonders nach einer Totaloperation: Denn um den Gebärmutterhals herum befinden sich wichtige Nerven für das sexuelle Empfinden.
Manche Frauen stört es, dass sich der männliche Samen nun in die verschlossene Scheide ergießt - nicht mehr in die Gebärmutter wie früher. Außerdem fehlt bei sexueller Erregung der Schleim aus dem Gebärmutterhals. Und der Schleim aus den Drüsen der Scheide und des Scheidenvorhofs reicht oft nicht aus, um die Vagina beim Geschlechtsverkehr ausreichend zu befeuchten, sodass ein Paar zum Gleitgel greifen muss.
Die Gebärmutter wird oft vorschnell entfernt
"Die Gebärmutter wird zu oft unnötigerweise entfernt", urteilt Ehret. Laut der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung entnahmen Ärzte im Jahr 2007 bundesweit 152.282 Frauen die Gebärmutter, 132.283 von ihnen wegen gutartiger Veränderungen. Hauptmotive für eine Hysterektomie sind starke Blutungen, Störungen und Schmerzen bei der Menstruation, Endometriose (gutartige, meist schmerzhafte Wucherungen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut), Myome (gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur) und eine Senkung des Uterus. Bei Frauen mit abgeschlossener Familienplanung kommt zudem oft das Argument hinzu: "Das Organ brauchen Sie doch nicht mehr." Auch als Krebs-Prophylaxe wird eine Hysterektomie gepriesen. "Viele Frauen glauben außerdem, dass sie durch eine Gebärmutterentfernung um die Wechseljahre herumkommen. Das stimmt aber nicht!", hebt Ehret hervor. Tatsächlich muss die Gebärmutter nur selten entfernt werden, zum Beispiel bei einer Krebserkrankung des Uterus und der Eierstöcke oder bei Blutungen, die sich anders nicht stillen lassen.
Vor einer Hysterektomie immer zwei Ärzte befragen
Einer Gebärmutterentfernung wird nach Ansicht von Ehret oft zu rasch zugestimmt. Eine Frau sollte in jedem Fall die Meinung eines zweiten Arztes einholen und dazu besser nicht in eine Klinik gehen. "Hier ist die Operationsbereitschaft meistens hoch", so Ehret. Lässt sich eine Hysterektomie nicht vermeiden, ist es wichtig, sich über die verschiedenen Operationsmethoden zu informieren. "Die heute übliche Laparoskopie wird verharmlost", warnt Ehret.
Bei dieser sogenannten Bauchspiegelung macht der Chirurg zwar nur 3-4 kleine Schnitte, um das OP-Besteck in den Körper einführen zu können. Die Gebärmutter muss aber genauso gelockert und herausgeschält werden. "Die Laparoskopie ist ein genauso großer Eingriff wie eine Operation am offenen Bauch", so Ehret. "Sie dauert sogar länger - bis zu fünf Stunden. Und bei ungeübten Chirurgen hat die Laparoskopie eine hohe Komplikationsrate. Blutungen und Entzündungen sind häufig."
Link: http://www.gut-durch-die-wechseljahre.de/wechseljahre/was_tut_der_koerper/content-196109.html
Was bedeutet eine Hysterektomie für die betroffene Frau?
Es ist nicht einfach, die Folgen einer Hysterektomie für die betroffenen Frauen darzustellen. Kann durch die Hysterektomie die Gesundheit einer Frau wiederhergestellt und verbessert werden, erscheinen mögliche Folgen in einem anderen Licht, als wenn eine vermeidbare Operation vielleicht mehr Probleme schafft als sie löst. Für alle Frauen gilt aber, mit der Hysterektomie wird ein wichtiges Organ der Frau entfernt und es "ist ein Eingriff in die Ganzheit des Körpers" (Müller 2000). Neben organischen Folgen werden von Frauen psychische Auswirkungen beschrieben. Folgewirkungen einer Hysterektomie sind Veränderungen des hormonellen Milieus, frühes Altern (frühere Wechseljahre), Depressionen nach der Operation, Risiken für die Gesundheit des Knochengerüsts (Osteoporose), Risiken für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems, verschlechtertes Sexualleben, Harninkontinenz sowie Identitäts- und Partnerschaftsprobleme. Nach der Krankenhausentlassung müssen Frauen mit zwei bis drei evtl. auch mehr Monaten Arbeitsunfähigkeit rechnen. Zunehmend werden langfristige Folgen einer Hysterektomie thematisiert, die bisher wenig untersucht sind, z.B. werden Migräne und Depressionen mit der oft schon Jahre zurückliegenden Hysterektomie in Zusammenhang gebracht, wie das Dr. I. Olbricht aus ihrer Arbeit in einer psychosomatischen Rehabilitationseinrichtung beschreibt. In neueren Untersuchungen wird z.B. auch über phantomartige Schmerzen im Rücken berichtet. Nach Ehret-Wagener gibt es sowohl bei Frauen als auch bei Ärzten und Ärztinnen eine Neigung, nach der Operation auftretende Beschwerden nicht als Folgeschäden der Operation einzuordnen, sondern darin eine neue Krankheit zu sehen, was vor allem damit zusammenhängt, dass die Entscheidung zur bzw. die Durchführung der Operation im Nachhinein möglichst nicht in Frage gestellt werden soll (Anmerkung) .
Link: http://www2.bremen.de/info/frauengesundheitsbericht/chap1/15_11.htm
1.5.4 Häufigkeit und Gründe für eine Hysterektomie bei Frauen in Bremen
Ergebnisse einer BIPS-Befragung aus dem Jahr 2000
Die Methodik und allgemeine Ergebnisse der Befragung wurden bereits oben dargestellt. Im Folgenden werden einige ausgewählte Ergebnisse zum Thema Hysterektomie dargestellt.
Wie viele Frauen in Bremen hatten eine Gebärmutterentfernung?
Wie bereits oben angesprochen, hat in Bremen jede vierte Frau zwischen 40 und 70 Jahren keine Gebärmutter mehr. Der Anteil steigt bis zum 70. Lebensjahr stetig an und beträgt zwischen 6 % bei den 40 bis 44-jährigen bis hin zu 40% bei den 65 bis 69-jährigen Frauen. Der Anteil Frauen, die eine Hysterektomie hatten, ist tendenziell bei Frauen mit deutscher Nationalität höher (25%) als bei Frauen mit ausländischer Nationalität (18%), wobei die unterschiedliche Altersverteilung berücksichtigt werden muss (nur ausführlicher Fragebogen in deutscher Sprache).
Link: http://www2.bremen.de/info/frauengesundheitsbericht/chap1/15_12.htm
Auch für die Frauen, die sich als "eher zufrieden" beschreiben, scheint die Befreiung von Beschwerden der wichtigste Grund für ihre Zufriedenheit. Sie berichten zugleich von Operationskomplikationen, langer Genesungsdauer, Folgewirkungen wie z.B. psychischen Problemen, Kopfschmerzen, Osteoporose, Narbenschmerzen sowie Zweifeln, ob die Entscheidung richtig war. Aus den Antworten wird ersichtlich, dass häufig die Beschwerden dieser Frauen durch die Operation nicht so weit gebessert wurden, wie sie sich das erhofft hatten. Einige dieser Frauen berichten, dass mehr weggenommen wurde als nötig war bzw. als ihnen vor der Operation gesagt worden war, z.B. die Eierstöcke. Bei den Frauen, die die Frage nach der Zufriedenheit mit "weder/noch" beantworten, kommen noch deutlicher negative Aspekte der Operation und deren Folgewirkungen zum Ausdruck. Die Frauen, die sich unzufrieden äußern, berichten von schlecht durchgeführten Operationen, OP-Komplikationen, weiter fortbestehenden Beschwerden, schlechter Aufklärung, einschneidenden Folgewirkungen wie z.B. Schmerzen und Inkontinenz. Von einer Verbesserung ihrer Lebensqualität bzw. Befreiung von Schmerzen durch die Entfernung der Gebärmutter ist nur selten die Rede.
Insgesamt kann man somit sagen, dass jede 4. bis je 3. Frau (auch) negative - und zum erheblichen Teil vermeidbare - Aspekte der Operation berichtet. Zudem ist Vorsicht geboten bei der Einschätzung der Zufriedenheit, wenn nur Frauen gefragt werden, denen die Gebärmutter entnommen wurde. Diese haben nach der Operation keine Alternative mehr und werden schon allein deshalb in Richtung Zufriedenheit tendieren. Aussagekräftig wäre hier allein eine (möglichst randomisierte) Vergleichsstudie zur Zufriedenheit mit unterschiedlichen Therapien z.B. bei Myomen - siehe Tabelle 1.11.
Link: http://www2.bremen.de/info/frauengesundheitsbericht/chap1/15_14.htm
1.5.5 Zusammenfassung der Problemlagen und gesundheits-politische Vorstellungen für eine Verbesserung der Versorgungssituation von Frauen in Bremen
Die Reproduktionsorgane von Frauen sind nicht nur "das" frauenspezifische Gesundheitsthema, gynäkologische Erkrankungen und Beschwerden sind für Frauen auch quantitativ von enormer Bedeutung. Wie die BIPS-Befragung ergab, hatten zwei von drei Bremer Frauen im Laufe ihres Lebens mindestens eine der wichtigsten Diagnosen (Senkung, Entzündungen oder Vergrößerungen der Gebärmutter, Verwachsungen, Myome, Zysten, Polypen oder andere gutartige Tumoren an Gebärmutter bzw. Eierstöcken, Endometriose, Krebserkrankungen). Wenn zwei Drittel der Frauen mindestens eine dieser Diagnosen angeben, sagt dies allerdings nichts darüber aus, ob und wie schwer sie gesundheitlich dadurch belastet sind. Es sagt jedoch etwas darüber aus, dass eine Funktion ihres Körpers von einer medizinisch definierten Norm abweicht und einer medizinischen Diagnose zugeordnet werden kann (Stichwort: Pathologisierung des Frauenkörpers). Diese Diagnosestellung zieht in aller Regel auch eine medizinische Behandlung nach sich. So konnte ebenfalls gezeigt werden, dass zwei Drittel der befragten Frauen mindestens einen gynäkologischen Eingriff bzw. eine Operation hatten. Aus frauengesundheitspolitischer Perspektive sind angesichts dieser Ergebnisse die Prozesse der Normierung, Pathologisierung und Regulierung weiblicher Körpervorgänge durch die Medizin zu diskutieren. Diese Prozesse sind durch regionale Gesundheitspolitik jedoch nur in begrenztem Maße zu beeinflussen. Mit der Einrichtung und Förderung frauenspezifischer Informations- und Beratungsangebote sind in Bremen jedoch wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, dass
- eine die Schulmedizin erweiternde frauenspezifische Gesundheitsberatung ermöglicht wird,
- interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Versorgung erkrankter Frauen gefördert wird und
- die Stärkung von Selbstkompetenz (Selbsthilfe) erfolgt.
Gesundheitspolitisch besorgniserregend an den Ergebnissen der Befragung ist die hohe Rate der Gebärmutterentfernungen einerseits und andererseits der hohe Anteil von Bauchspiegelungen in den jüngeren Altersgruppen. Inwieweit die Bauchspiegelung bei jüngeren Frauen überwiegend aus diagnostischen Zwecken, z.B. zur Abklärung unklarer Unterbauchschmerzen, bei sogenannter Infertilität oder aus therapeutischen Gründen erfolgte, kann anhand dieser Daten nicht abgeschätzt werden. Auch für Bremen ist davon auszugehen, dass eine große Zahl medizinisch nicht zwingend notwendiger Gebärmutterentfernungen mit für die Frauen weitreichenden Folgen erfolgt. Dies führt zwangsläufig zur Frage, wie die Zahl überflüssiger Hysterektomien gemindert werden kann.
Wie gezeigt wurde, hängt die Entscheidung, ob die Gebärmutter entfernt wird oder nicht, nicht allein davon ab, welche Krankheit und welches Beschwerdebild vorliegen. Ausschlaggebend können Aspekte sein, die außerhalb des medizinischen Bereichs liegen. Es bestehen also offensichtlich Unklarheiten und weite Entscheidungsspielräume, wenn es darum geht, einen Entschluss für oder gegen die Hysterektomie zu treffen.
Videotext übersetzt der Hers Foundation
Weibliche Anatomie
Videotext auf deutsch von "Female Anatomy" der HERS FOUNDATION
Link: http://www.hersfoundation.org/anatomy/index.html
WEIBLICHE ANATOMIE
Die Funktionen der weiblichen Geschlechtsorgane
Ein informatives Video für alle Frauen,denen eingeredet wird, sie bräuchten chirurgische Eingriffe in ihrem Unterleib,
wie Probeoperationen, die Entfernung der Gebärmutter, der Eileiter oder Eierstöcke.
Produziert von der HERS Foundation:
Hysterektomie
Educational
Resources and
Services
Eine unabhängige gemeinnützige internationale Organisation
für die Gesundheit und Bildung von Frauen
422 Bryn Mawr Avenue
Bala Cynwyd, PA 19004
(610) 667-7757
Link: www.hersfoundation.org
© 2007 HERS Foundation
Video Text:
Weil Ihnen ein Arzt erklärt hat, Sie bräuchten dringend einen chirurgischen Eingriff in Ihrem Unterleib, z.B. für eine Untersuchung, oder die Entfernung Ihrer Gebärmutter, der Eileiter oder Eierstöcke, werden Sie aufgefordert, eine Bestätigung Ihres Einwilligung zu unterschreiben. Zusätzlich zu den normalen Risiken jeder größeren Operation, wie z.B. Infektionen, Blutsturz, Blutgerinnsel, Adhäsionen, die Schädigung anderer Organe, und der Tod , wird das Einwilligungsformular die Feststellung enthalten, dass Sie über die mögliche Konsequenzen dieses speziellen Eingriffs informiert wurden und die vom Arzt empfohlene Vorgangsweise verstanden haben. Mit dieser Einwilligung bestätigen Sie auch, dass Sie genügend Informationen erhalten haben, um zu verstehen worauf Sie sich einlassen. Ob Sie sich nun entscheiden, der Empfehlung des Arztes zu folgen oder nicht - die folgenden Informationen sind äußerst wichtig vor Ihrer Unterschrift unter Ihre Einwilligungsbestätigung.
Diese DVD enthält Informationen über:
- Die Gebärmutter, ihre Funktionen, und ihre Verbindung zu anderen Organen
- Die allg. neg. Auswirkungen der Durchtrennung von Nervenbahnen, Bändern u. Blutgefäßen, die den Uterus versorgen
- Die Funktion der Eierstöcke
- Die verschiedenen Formen der Hysterektomie
- Die häufigsten negativen Folgeerscheinungen, unter denen Frauen nach einer Hysterektomie zu leiden haben
Der Uterus ist ein kräftiger Muskel, der im unteren Beckenbereich zu finden ist. Unsere erste Erfahrung damit ist, wenn wir erfahren, dass er der Ort ist, wo sich ein Baby während der Schwangerschaft entwickelt. Später hören wir über Menstruation, Empfängnis und Verhütung. Doch da endet meistens auch schon die Information über den Uterus. Tatsächlich ist aber die Schwangerschaft nur eine seiner vielen Funktionen. Der Uterus ist ein reproduktives Geschlechtsorgan, das auf Hormone reagiert und auch die Harnblase und die Gedärme versorgt. Die Blase liegt vor dem Uterus, die Gedärme dahinter. Der Uterus trennt also die beiden und hilft der Blase, ihre natürliche Position oberhalb des Schambeins einzunehmen und hält die Gedärme hinten in ihrer natürlichen Lage.
Der Uterus setzt sich fort im Gebärmutterhals, der wiederum in die Vagina mündet, wie sich der Kopf im Hals und dieser in den Schultern fortsetzt. Wenn der Uterus entfernt wird, kommt es zumeist auch zur Entfernung des Gebärmutterhalses. Der Uterus ist mit breiten Bändern aus Ligamenten, Nervenbündeln und einem Netzwerk aus Arterien und Venen verbunden. Egal ob nun die Hysterektomie total oder partiell erfolgt - alle Bänder, Nervenbahnen und Blutgefäße müssen durchtrennt werden um den Uterus zu entfernen. Die mit dem Uterus verbundenen runden Bänder, Kardinalbänder und breiten Bänder des Bindegewebes sorgen für strukturelle Stabilität und stützen die Beckenknochen und die im Becken liegenden Organe. Wenn diese Bänder durchtrennt werden, erfahren die operierten Frauen eine unnatürliche Verschiebung dieser Knochen und Organe. Die Durchtrennung der Bänder führt zur Verschiebung und Ausweitung der Beckenknochen, was sich auf die Hüften, den unteren Rückenbereich und die Skelettstruktur negativ auswirkt. Die Verschiebung der Beckenknochen resultiert wiederum in einer Kompression der Wirbelsäule. Frauen berichten, dass sich der Brustkorb allmählich bis auf die Hüftknochen absenkt, wenn die Wirbelsäule komprimiert wird. Diese Kompression ist der Grund dafür, dass viele Frauen, die eine Hysterektomie hinter sich haben, einen vorquellenden Bauch und so gut wie keine Taille aufweisen. Die Schwächung des Beckenbodens und ein Gefühlsverlust durch die Abtrennung der im Becken liegenden Nervenbahnen kann zur Inkontinenz (Unfähigkeit, den Harndrang und/oder den Stuhlgang zu kontrollieren) und zu chronischer Verstopfung führen. Probleme mit der Blase und urologische Probleme treten nach einer Hysterektomie sehr häufig auf. Einer der Gründe dafür ist der Umstand, dass der Uterus in seiner natürlichen Position die Blase stützt. Wenn der Uterus entfernt wird, geht diese Unterstützung verloren. Probleme mit dem Darm sind ebenso häufig. Ohne die natürliche Stützung durch den Uterus senkt sich der Darm ab und nimmt den Platz ein, den der Uterus ursprünglich innehatte.
Wenn der Uterus nicht die Blase vom Darm trennt, erzeugt der im Darm befindliche Kot Druck auf die Blase, da er direkt dagegen gepresst wird. Der Darm weitet sich aus und bildet eine Rektocele, welche sich als sackförmige Deformation in die Vagina schiebt. Wenn die mit dem Uterus verbundenen Nervenbahnen durchtrennt werden, reduziert sich das Empfindungsvermögen der Vagina, der Klitoris, der Schamlippen und Brustwarzen deutlich oder kann sogar völlig verloren gehen. Viele Frauen spüren permanent brennende Schmerzen in den Nervenbahnen, die sich von der Taille über das Gesäß bis in die Kniekehle ziehen können, was sowohl das Sitzen als auch das Stehen schmerzhaft macht. Manche Frauen leiden an Empfindungen, die sie als zyklische Elektroschocks in der Vagina beschreiben und auf die die Zerstörung der Nerven im Beckenbereich zurückzuführen sind. Das erschwert oft das Sitzen und ist auch für den Schlaf und andere natürliche Aktivitäten störend. Das physisch-sexuelle Empfindungsvermögen wird durch die Entfernung des Uterus und die Durchtrennung der Nerven ebenfalls deutlich verringert oder gänzlich unmöglich gemacht. Frauen, die vor der Operation einen uterinen Orgasmus erlebt hatten, können diesen nun nicht mehr erleben, weil die uterinen Kontraktionen, die sich normalerweise bei einem solchen Orgasmus ereignen, ohne Uterus nicht mehr möglich sind. Der Verlust des uterinen Orgasmus wird nur von Frauen vermisst werden, die ihn vor der Operation erlebt hatten. Obwohl eine kleine Zahl von Frauen nach einer Hysterektomie noch leichte vaginale Kontraktionen erleben, beklagen die meisten Frauen einen völligen Verlust an sexueller Empfindungsfähigkeit. Die Unterbrechung der Blutversorgung zum Uterus verringert auch die Durchblutung des Beckenbereichs und der äußeren Sexualorgane, (wozu die Eierstöcke, die Vagina, Schamlippen, Klitoris gehören) und auch die der Beine und Füße. Eine der vielen Funktionen des Uterus und der Eierstöcke ist der kardiovaskuläre Schutz. Wenn der Uterus entfernt wird, müssen Frauen mit dem dreifachen Risiko für eine Herzerkrankung rechnen. Wenn die Eierstöcke entfernt werden, ist das Risiko für eine Herzkrankheit sogar siebenmal so groß. Die Eierstöcke einer Frau - ihre Keimdrüsen - produzieren im Laufe ihres Lebens ständig Hormone. Die Ovarektomie (die chirurgische Entfernung der Eierstöcke) wird auch bei 75% aller Frauen durchgeführt, denen der Uterus entfernt wird.
Die medizinisch korrekte Bezeichnung für die Entfernung der Keimdrüsen ist Kastration. (nicht nur bei Männern!) Wegen der Zerstörung der Blutzufuhr zu den Eierstöcken kommt es auch bei 35-40% der Frauen, an denen nur eine Hysterektomie durchgeführt wird, zu einem Verlust der Eierstockfunktionen, obwohl die Eierstöcke bei dem Eingriff nicht entfernt wurden. Auch dieser Funktionsverlust muss eigentlich als Kastration bezeichnet werden. Bei einer vaginalen Hysterektomie wird der Uterus durch die Vagina entfernt. Da der Uterus mit dem Gebärmutterhals verbunden ist und dieser wiederum mit der Vagina, schneidet der Chirurg in die Vagina rund um den Gebärmutterhals ein Loch an ihrem oberen Ende. Dieses Loch muss dann durch Nähte geschlossen werden, was zu einer geschlossenen Tasche und einer verkürzten Vagina führt. Weil es keinen Gebärmutterhals mehr gibt, wird das Ende der Vagina mit einem der durchtrennten Bänder vernäht. Da die Nähte manchmal nicht halten, berichten Frauen nach einer Hysterektomie häufig von Ausstülpungen der Vagina durch die aufgeplatzte Öffnung, wie bei einer nach außen gewendeten Tasche. Bei einer abdominalen Hysterektomie wird ein horizontaler Schnitt quer über das Becken oberhalb des Schambeins geführt. Je nach Größe des Uterus wird er dann entweder durch die Vagina oder durch den Einschnitt im Becken gezogen. Eine totale abdominale Hysterektomie (TAH) und eine totale vaginale Hysterektomie (TVH) ist die Entfernung sowohl des Uterus als auch des Gebärmutterhalses, wobei nur ein Stumpf des Halses übrigbleibt. Eine laparoskopisch-unterstützte Hysterektomie (LAUH) besteht im Aufblasen des Abdomens und des Beckens mit Gas/Luft und der Entfernung des Uterus über die Vagina oder durch den Nabel, nachdem der Uterus in kleine Stücke zerschnitten wurde. Diese Form der Hysterektomie erfordert mindestens drei kleine Einschnitte. Sie braucht mehr Zeit als die anderen Formen, daher kommt es zu einem erhöhten Risiko für Komplikationen durch die Anästhesie, der Perforation der Harnblase und des Darms, und einer Belastung aller inneren Organe (inkl. Herz) durch den beim Aufblasen des Abdomens erzeugten Druck.
Ob TAH, TVH oder LAUH, die Vagina wird jedenfalls chirurgisch verkürzt und zu einer geschlossenen Tasche geformt, weil das durch den Eingriff entstandene Loch vernäht werden muss. Wie geschickt und erfahren der Chirurg auch sein mag, und welche Form der Hysterektomie auch durchgeführt werden mag, das Ergebnis ist stets das Gleiche: Ein auf Hormone reagierendes Fortpflanzungsorgan wird entfernt. Die physischen Auswirkungen sind weitreichend: Die häufigsten Probleme nach einer Hysterektomie sind für Frauen der Verlust ihrer sexuellen Empfindungsfähigkeit, ihrer Vitalität, Gelenksschmerzen, tiefe Müdigkeit, und Veränderungen der Persönlichkeit. Die folgenden negativen Auswirkungen der Entfernung des Uterus und der Eierstöcke wurden der HERS-Foundation in einer Studie aus dem Jahr 1991 zugänglich gemacht:
- 79.6% der Frauen leiden an Verlust ihrer sexuellen Empfindungsfähigkeit
- 79.6% an tiefer Müdigkeit
- 79.1% an Persönlichkeitsveränderungen
- 72.8% am Verlust an Vitalität
- 72.1% am Verlust des Kurzzeitgedächtnisses
- 70.0% am Verlust von Fähigkeit zu sozialen Kontakten
- 65.8% an Knochen- u. Gelenksschmerzen
- 61.5% an Schlaflosigkeit
- 53.7% an Selbstmordabsichten
- 49.5% an Berufsunfähigkeit
- 39.0% am Verlust an mütterlichen Gefühlen
- 33.1% an Unfähigkeit zur Haushaltsführung
Die vollständige Daten der negativen Folgen sind zu finden unter: www.hersfoundation.org
Die inneren weiblichen Sexualorgane haben lebenslange Funktionen, die niemals ersetzt werden können. Es gibt kein Alter und keine Zeit im Leben einer Frau, wenn ihr Uterus und ihre Eierstöcke nicht absolut notwendig für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden sind.
Ende der DVD
http://www.hersfoundation.org/anatomy/index.html
Hysterectomy impairs physical activity
Wed, 26 Dec 2007 19:02:14
Scientists say compared to natural menopause, hysterectomy can cause more problems in daily activities like climbing stairs for women. According to the article published in the Obstetrics & Gynecology journal, women who had a hysterectomy had more physical limitations than those who went through natural menopause. Findings show women who had natural menopause and were on hormone replacement performed nearly as well as pre-menopausal women on the physical tests, while individuals who did not have hormone replacement therapy performed rather poorly. The study also raises the possibility that women who have a hysterectomy will be more vulnerable to disabilities as they age. While the reason hysterectomy is linked to a greater risk of physical limitation is not clear, researchers believe surgery and the hormonal changes which follow it play a role to some extent.
PKH/HGH
http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=36416§ionid=3510210
Leitlinien zur Hysterektomie auf Französisch KANADA
HYSTÉRECTOMIE
Cette directive clinique a été revue par le Comité de pratique clinique - gynécologie et approuvée
par le Comité exécutif et le Conseil de la Société des obstétriciens et gynécologues du Canada.
AUTEURS PRINCIPAUX
Guylaine Lefebvre, MD, FRCSC,Toronto (Ont.)
Catherine Allaire, MD, FRCSC,Vancouver (C.-B.)
John Jeffrey, MD, FRCSC, Kingston (Ont.)
George Vilos, MD, FRCSC, London (Ont.)
COMITÉ DE PRATIQUE CLINIQUE - GYNÉCOLOGIE
Guylaine Lefebvre, MD, FRCSC, (présidente) Toronto (Ont.)
Catherine Allaire, MD, FRCSC,Vancouver (C.-B.)
Jagmit Arneja, MD, FRCSC,Winnipeg (Man.)
Colin Birch, MD, FRCSC, Calgary (Alb.)
Michel Fortier, MD, FRCSC, Québec (Qc)
John Jeffrey, MD, FRCSC, Kingston (Ont.)
George Vilos, MD, FRCSC, London (Ont.)
Résumé
Objectif : Identifier les indications et l’évaluation préopératoire de l’hystérectomie et les différentes possibilités de traitement
à envisager avant de pratiquer une hystérectomie. Les résultats rapportés par les patientes elles-mêmes, à propos de leur hystérectomie, révèlent un degré élevé de satisfaction. Une évaluation préopératoire attentive et une discussion des autres choix thérapeutiques peuvent grandement contribuer à cette satisfaction. Dans la plupart des cas, on pratique une hystérectomie pour soulager des symptômes et améliorer la qualité de vie. Les préférences de la patiente quant aux autres possibilités thérapeutiques doivent être élucidées avec soin.
Options:
Les domaines de la pratique clinique, pris en compte pour la formulation de cette directive clinique, sont l’évaluation préopératoire, qui comprend les choix thérapeutiques possibles, le choix de la méthode utilisée pour l’hystérectomie et l’évaluation des risques et avantages. Le rapport risquesavantages doit être évalué sur une base individuelle par la femme et ses praticiens.
Résultats attendus:
Optimisation du processus de décision, par les femmes et le personnel soignant, menant à la pratique d’une hystérectomie, après avoir tenu compte de l’évolution de la maladie et des options et solutions de rechange thérapeutiques possibles et avoir passé en revue les risques qu’elle comporte et les avantages attendus.
Preuves:
Après une recherche sur MEDLINE, Pubmed et la base de données Cochrane, on a passé en revue les publications sur le sujet, de 1996 à 2001, en langue anglaise, de même que la directive clinique de la SOGC en 1996. Le niveau d'évidence a été déterminé à partir des critères établis par le Groupe de travail canadien sur l'examen de santé périodique.
Avantages, préjudices et coûts:
L’hystérectomie est le traitement tout désigné contre certaines affections gynécologiques. Les avantages prévus et les risques que comportent une intervention chirurgicale et les autres solutions de rechange thérapeutiques doivent être soigneusement mis en balance. Chez une patiente choisie de façon adéquate, le résultat de la chirurgie se doit d’apporter une amélioration de sa qualité de vie. Le coût de la chirurgie, pour le système de santé et la patiente, doit être interprété par rapport à ce qu’auraient coûté les affections non traitées. L’approche choisie pour pratiquer l’hystérectomie a un effet sur le coût de la chirurgie.

