Femica
FEMICA FORUM
 
Hier können Sie in unserem FEMICA-FORUM
mit anderen Betroffenen über ihre Erfahrungen diskutieren!
 
Link: http://femica.plusboard.de
 
Wir freuen uns sehr auf Ihre Beiträge!


 



FACHLITERATUR

 

Diskrepanz zwischen Fachliteratur und Praxis


Dass das Leid und die Beschwerden von Frauen nicht immer verstanden und manchmal ignoriert werden, ist leider traurige Tatsache:

 

Sehr oft werden Frauen mit Problemen nach Unterleibsoperationen damit konfrontiert, dass Ihnen gesagt wird, sie seien die einzigen, denen es schlecht ginge, dass sie sich zu sehr mit ihren Geschlechtsorganen identifizieren würden, dass ihre Probleme "nur im Kopf" vorhanden seien, und dass Hysterektomien und Ovarektomien keinerlei gesundheitliche Konsequenzen haben könnten. ..

 

Aber was sagt die internationale medizinische Fachliteratur dazu?
Sind diese Frauen wirklich solche "Einzelfälle", die man zum Psychiater schicken muss, weil sie sich alles einbilden?

Das für jeden zugängliche Internetlexikon wikipedia beschreibt die beidseitige Eierstockentfernung (= weibliche Kastration) wie folgt:

 

Eine Kastration ist in jedem Fall ein schwerwiegender Eingriff mit weitreichenden Folgen für den Menschen oder ein Tier, sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechtes.
In allen Fällen (bei beiden Geschlechtern) führt die Kastration zu Unfruchtbarkeit (Sterilität).
Es kann kommen zu:
Antriebsarmut, einer Veränderung der Behaarung,
Abnahme der Libido (Geschlechtstrieb) oder sogar Impotenz
tiefgreifenden Persönlichkeitsveränderungen, einer gesteigerten vegetativen Labilität und Depressionen, Osteoporose,
möglich ist Fettleibigkeit mit Stoffwechselstörungen, Entgleisungen des Fettstoffwechsels, des Zuckerstoffwechsels und folgender Zuckerkrankheit sowie Bluthochdruck
Die Kastration von Frauen (Ovariektomie) durch operative oder radiologische Ausschaltung der Eierstöcke beziehungsweise ihrer Funktion wirkt sich genauso stark aus, allerdings mit anderer Ausprägung.

(Quelle: wikipedia)

"Viel zu oft wird gleich das ganze Organ herausgeschnitten, obwohl nur ein Teil davon krankhaft verändert ist", kritisieren frauenorientierten Frauenärzte den allgemeinen Gynäkologie-Betrieb. Und weiter: "Den Schaden haben die Patientinnen: von Beeinträchtigungen ihres Wohlbefinden bis hin zu Orgasmusproblemen und Identitätskrisen. Denn Gebärmutter und Eierstöcke sind frauenspezifische und daher identitätstragende Organe, zu denen Frauen eine sehr sensible Beziehung entwickeln. Nur wenige sind froh und finden es bequem, wenn sie mit ihrem Frausein nichts mehr zu tun haben müssen. Viele empfinden sich nach einer derartigen Operation als weniger weiblich, attraktiv und begehrenswert und verlieren ihren emotionalen Rhythmus. Die Gebärmutter hat ihre Rolle mit der Geburt des Kindes noch lange nicht erfüllt."

 

http://endofem.at

 

Myome sind der häufigste Grund für Gebärmutterentfernungen (Hysterektomie). Statistisch ist eine derartige Operation die häufigste in der gesamten Gynäkologie. Erst der immer stärker werdende Widerstand der Patientinnen trägt mittlerweile dazu bei, daß immer weniger Hysterektomien durchgeführt werden.

 

Aber nicht nur das Gefühl der Frau ist dafür verantwortlich, daß dieses Organ immer weniger oft entfernt wird, auch medizinische Gründe sprechen für diese Zurückhaltung. Die Ovarien, also die Eierstöcke der Frau, sind eine wichtige Quelle für Schönheit, Weisheit und Stärke. Die Wichtigkeit dieser Organe wird dadurch unterstrichen, daß sie gleich doppelt mit Blut versorgt werden. Ein Arterienast mündet direkt in den Uterus (Gebärmutter). Entfernt man die Gebärmutter, wird dieser Blutversorgungskanal unterbunden. Dadurch wird die Blutversorgung der Eierstöcke auf die Hälfte reduziert - aufs Herz bezogen entspräche das der Situation nach einem Infarkt. Nun sind manche Eierstöcke durchaus in der Lage, mit den verbleibenden 50% Blutzufuhr das Auslangen zu finden; andere aber erleiden durch die mangelnde Durchblutung eine starke Funktionseinbuße. Auch das ist mit dem Herzmuskel vergleichbar: Viele Menschen leben auch dann weiter, wenn das Herz nur mit der Hälfte der vorher vorhandenen Blutmenge versorgt wird.

 

Die Medizin hat längst erkannt, daß die Eierstöcke der Frau nicht nur der Fortpflanzung dienen, sondern auch eine Reihe von extragenitalen Aufgaben zu übernehmen haben. Das Leistungsspektrum des Ovars reicht von der Steuerung des Cholesterinspiegels bis zur Ernährung der Haare. Eine Gebärmutterentfernung betrifft also nicht nur die Beseitigung von Geschlechtsdrüsen, sondern auch die Einschränkung zahlreicher anderer Funktionen. Auch dieses Argument ist daher heute ein Grund, mit Hysterektomien zurückhaltender umzugehen.

 

Ein weiterer Grund wird von der naturwissenschaftlichen Forschung soeben analysiert. Es hat nämlich den Anschein, daß auch die Gebärmutter selbst, die Schleimhaut und möglicherweise auch die Gebärmuttermuskulatur Gewebshormone bilden, die Thrombozytenaggregation (Verklumpen von Blutplättchen) verhindern. Sollte sich diese Annahme - wofür vieles spricht - wissenschaftlich erhärten lassen, dann nimmt die Gebärmutter eine bisher unbekannte eigenständige Funktion zur Sicherstellung der Gesundheit des weiblichen Organismus wahr.

 

http://www.drhuber.at/medizin/endoskopie/endos02.html

 

Die Gynäkologie
hrsg. von Manfred Kaufmann, Serban D. Costa, Anton Scharl

Bilaterale Ovarektomie als Brustkrebsprophylaxe
Zitat ………“Die physischen und psychischen Folgen dieser Maßnahmen sind jedoch nur schwer in ihrem Ausmaß abzuschätzen, weshalb diese Wahl nur in seltenen Fällen vom Arzt und der Patientin getroffen wird …“

 

http://books.google.at/books?id=Hyrn7UjT4t8C&pg=PA502&lpg=PA502&dq=ovarektomie+folgen+&source=web&ots=ZxFqtR7knz&sig=ybQQlR55h6a1CnwYmt3yQo0Flx8&hl=de


If both ovaries are removed in a premenopausal woman as part of the operation, the sudden loss of estrogen will trigger an abrupt premature menopause that may involve severe symptoms of hot flashes, vaginal dryness, painful intercourse, and loss of sex drive. (This is also called "surgical menopause.") In addition to these symptoms, women who lose both ovaries also lose the protection these hormones provide against heart disease and osteoporosis many years earlier than if they had experienced natural menopause. Women who have had their ovaries removed are seven times more likely to develop coronary heart disease and much more likely to develop bone problems at an early age than are premenopausal women whose ovaries are intact.
For these reasons, some form of estrogen replacement therapy (ERT) may be prescribed to relieve the symptoms of surgical menopause and to help prevent heart and bone disease.


In addition, to help offset the higher risks of heart and bone disease after loss of the ovaries, women should get plenty of exercise, maintain a low-fat diet, and ensure intake of calcium is adequate.

 

Medical Library, 333 Pine Ridge Blvd. Wausau, WI 54401, Phone: 715-847-2184, Fax, 715-847-2183
www.chclibrary.org

 

Frauen nach Hysterektomien mit Eierstockentfernung:
Frauen, bei denen die Menopause durch einen chirurgischen Eingriff hervorgerufen wurde, haben allen Studien zufolge deutlich mehr gesundheitliche und psychologische Probleme als Frauen mit natürlich eingetretener Menopause (Hunter 1993).

Hunter, M (1993): Predictors of menopausal symptoms: psychosocial aspects. Baillieres-Clin-
Endocrinolog-Metab, Jan. 7 (1): 33-46

 

The risks of HRT for women who have mutations and undergo risk-reducing oophorectomy are uncertain.
For women who are premenopausal at the time of surgery, the symptoms of surgical menopause (e.g., hot flashes, mood swings, weight gain, and genitourinary complaints) can cause a significant impairment in their quality of life. To reduce the impact of these symptoms, providers have often prescribed a time-limited course of systemic HRT after surgery. There are no clinical studies addressing the safety of this practice ...

 

Übersetzung:
Die Risiken der Hormonersatztherapie für Frauen mit Mutationen, die sich einer risikoreduzierenden Ovarektomie unterziehen, sind unklar ...
Für Frauen die zum Zeitpunkt der Operation premenopausal (= noch nicht in der Menopause) sind, können die Symptome der chirurgischen Menopause wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und Beschwerden des Genital- und Harntraktes eine signifikante Verschlechterung ihrer Lebensqualität bedeuten. Um die Wucht der Symptome zu lindern wird oft eine zeitliche begrenzte Hormonersatztherapie postoperativ angeordnet. Es gibt keine klinischen Studien bezüglich der Sicherheit dieser Praktik ...

 

Quelle: National cancer institute http://cancer.gov/cancertopics/pdq/genetics/breast-and-ovarian/HealthProfessional/page4

 

Risks of surgical menopause:
Early and premature menopause tends to be associated with more severe symptoms than menopause occurring after the age of 45. Because early menopause is often due to illness, surgery, or genetic issues, there is a rapid decline in the amount of estrogen (known as "estrogen crash") in your body. This causes you to enter menopause more quickly than other women. Estrogen crash can cause extreme hot flashes, fatigue, mood swings, and depression in some women. In a survey of early menopausal women, 100% of women who experienced surgical menopause experienced a number of menopause symptoms in quick succession. 90% of these women complained that their symptoms were severe and lasted more than 8 years.

 

Übersetzung:
Risiken der chirurgischen Menopause(= beidseitige Ovarektomie= Kastration)
Die frühe und prämature menopause geht eher mit schweren Symptomen einher als die natürliche Menopause nach dem Alter von 45 Jahren...


Der Östrogencrash kann schwerste Hitzewallungen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Depressionen hervorrufen. Bei Frauen mit frühzeitiger Menopause wurde beobachtet, dass 100% derjenigen, die eine chirurgische Menopause durchgemacht hatten, zahlreiche dieser Symptome in rascher Folge erlitten. 90% dieser Frauen beklagten, dass diese Symptome sehr schwerwiegend waren und mehr als 8 Jahre andauerten.

Quelle: Internetseite: epigee Women's health
Hearthstone Communications Ltd. © 2005
http://epigee.org/menopause/early.html

 

Eierstockzysten, Myome
Beim Wort 'Tumor' denken die meisten Menschen an Krebs. Myome und Zysten sind die häufigsten Wucherungen im weiblichen Unterleib. Sie sind jedoch fast immer gutartig und haben mit Krebs nichts zu tun. Das Risiko einer bösartigen Veränderung ist äußerst gering. Dennoch sind Zysten und Myome oft der Grund für einen schweren Eingriff in den weiblichen Körper: Der Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken.

 

Welche Gründe gibt es für diese Operationen? Muss immer gleich die ganze Gebärmutter mit den Eierstöcken herausoperiert werden? Wie sehen die Alternativen aus? Was fühlt eine Frau nach so einer radikalen Operation? Verliert sie ihre weibliche Mitte oder kann man die Hormone beliebig ersetzen? Und wie behandelt man die Zysten? Reicht es aus, sie zu punktieren - oder müssen auch sie irgendwann entfernt werden?

 

Die bei der Untersuchung und Behandlung von Zysten und Myomen eingesetzten Verfahren haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. In vielen Fällen kann heute mit Hilfe der so genannten 'Schlüsselloch-Chirurgie' operiert werden. Außerdem gibt es ein neues Verfahren, um Myome zu verkleinern. Bei der 'Myomschrumpfung' oder - genauer gesagt - der Myomembolisation, werden während eines Kathedereingriffs - unter örtlicher Betäubung - winzige Kunststoffkügelchen in Blutgefäße gespritzt. Das Myom wird somit von seiner Blutversorgung abgeschnitten.

 

Die regelmäßige Kontrolle beim Arzt ist für alle Frauen wichtig. Besonders vorsichtig sollten jedoch ältere Frauen sein. Denn die Wahrscheinlichkeit ist weit höher, dass es sich bei ihnen um echte Neubildungen oder gar bösartige Tumore im Eierstockbereich handeln könnte und nicht um funktionelle Zysten, die sich aus der normalen Funktion des Eierstocks heraus entwickeln wie bei jungen Frauen. Eierstock-Krebs ist nicht typisch für eine 20jährige. Von 1000 Zysten sind 4 bösartig und die darf ein Arzt nicht übersehen. Dr. Kabdebo: „Wiederum kann auch nicht sein, dass ich 996 operiere und es ist schon mal Tatsache, dass gerade bei Zysten sehr oft unnötig operiert wird, sehr oft bei junge Patienten ganze Organe entfernt werden, vor allem Eierstöcke, die dann später wenn sie Kinder möchten oder überhaupt wegen dem hormonellen Haushalt Riesenprobleme machen können.“

Wenn die Fortpflanzungsorgane einer Frau entfernt werden, gleicht dies einer Kastration. Sie kommt vorzeitig in die Wechseljahre - mit all den Problemen, die diese mit sich bringen können: Unruhe, Schlafstörungen, Hitzewallungen, Libidoverlust, depressive Verstimmung oder Wassereinlagerung im Gewebe und Gewichtszunahme. Zu dem ist die Einnahme von Ersatzhormonen nicht ganz unproblematisch. Vorzeitig in die Wechseljahre zu kommen, heißt auch, vorzeitig altern.


http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/sprechstunde/200206/st20020604.shtml

 

Wenig Östrogen, höheres Risiko für M. Alzheimer?
WASHINGTON (ddp.vwd). Ein Mangel an Östrogen im Gehirn ist offenbar mit einem erhöhten Risiko assoziiert, an Morbus Alzheimer zu erkranken. Das schließen amerikanische, japanische und schweizer Forscher aus den Ergebnissen einer Studie, in der sie einen extrem niedrigen Östrogenspiegel in Hirngewebe gestorbener Alzheimer-Patientinnen nachweisen konnten.

Weitere Untersuchungen von der Forschergruppe um Dr. Rena Li vom Sun-Health-Forschungszentrum in Sun City an genetisch veränderten Mäusen bestätigten den Zusammenhang: Wird die Östrogenproduktion im Gehirn gezielt blockiert, bilden sich bei den Tieren sehr viel früher die für Alzheimer typischen Proteinablagerungen im Gehirngewebe (PNAS online vorab).

Schon länger ist bekannt, daß Frauen häufiger Alzheimer entwickeln als Männer. Wie frühere Studien ergeben haben, kann ein erhöhtes Risiko durch längere Lebenserwartung von Frauen nicht die einzige Ursache für Alzheimer sein.

Wissenschaftler vermuten daher, daß der sinkende Östrogenspiegel nach den Wechseljahren ebenfalls wichtig ist - möglicherweise, weil der Hormonmangel die Gehirnzellen anfälliger für neurodegenerative Krankheiten macht.

Ärzte Zeitung, 21.12.2005


http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/12/21/231a1203.asp?cat=

 

Prophylaktische Ovarektomien werden eher akzeptiert, da keine äußerlich sichtbaren Veränderungen damit verbunden sind..... Auch sind Nebenwirkungen häufig und für die Lebensqualität wesentlich. Auf Hormonersatztherapie sprechen nicht alle Frauen an.


ÖSTERREICHISCHE
AKADEMIE DER
WISSENSCHAFTEN
http://epub.oeaw.ac.at/0xc1aa500d_0x0010b25e#search=%22chirurgische%20menopause%20j%C3%BCngere%20praemenopausal%20lebensqualit%C3%A4t%22

 

Tja, und was ist nun mit den Frauen, denen die Eierstöcke aus Prophylaxe entfernt wurden, einfach, damit sie nicht irgendwann an Krebs erkranken, obwohl die Organe gesund waren?


Gebärmutterentfernung

Vor noch nicht allzu langer Zeit propagierten einige Gynäkologen, dass Frauen, die keine Kinder mehr bekommen wollten, auch keine Gebärmutter mehr bräuchten. Nach Protesten, unter anderem von Frauengesundheitszentren, gingen die so genannten Hysterektomien in den letzten Jahren zurück. Dennoch: Der Großteil der Operationen wird nicht aufgrund einer Krebserkrankung vorgenommen, sondern aufgrund von Myomen, gutartigen Geschwülsten, die meist harmlos sind. "Man sollte sich vor so einem Eingriff auf alle Fälle gut informieren und im Zweifelsfall auch eine zweite Meinung einholen", so Barbara Ehret-Wagener. Manche Frauen haben nach einer Hysterektomie Schmerzen beim Sex, im Rücken oder auch psychische Probleme.

 

Libidoverlust bei Unterleibsbeschwerden

Alle Krankheiten, die mit Schmerzen im Unterleib einhergehen, können Sex-Unlust verursachen - beispielsweise Endometriose (insbesondere im so genannten Douglas-Raum zwischen hinterer Gebärmutter, hinterer Scheide und Darm) oder Krebserkrankungen. Auch nach Operationen, insbesondere, wenn die Gebärmutter entfernt wurde, brauchen viele Frauen Zeit, bis sie wieder ein Gefühl für ihren durch die OP veränderten Körper entwickelt haben.


http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/thema/sexualitaet-frau/libidoverlust.xml

 

postoperative Probleme nach den angeblich so "harmlosen" Gebärmutterentfernungen:

3012 Patienten sind häufig bei ihrer Einlieferung in die Klinik gesünder als bei ihrer Entlassung.

Die starke Zunahme von Gebärmutter-Entfernungen nach 1965 erklär der Münchner Mediziner Prof. Günther Kindermann unter anderem mit der Gynäökologenschwemme im selben Zeitraum: Innerhalb von zahn Jahren stieg ihre Zahl um 60 Prozent. Zugleich gab es 40 Prozent mehr Betten in der Gynäkologie, währen d die Geburgenrate um fast die Häflt sank. „Geburtenzahlen sind nicht von Ärzten beeinflussbar“ kommentiert Kindermann trocken, „Operationszahlen schon eher“ ...
(ÖKOTEST-Maganzin 4/1993)

 

Als Skandal bezeichtnete der Gynäkologe Wolfgang Kauffels von der Hannoveraner Oststadt-Klinik auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie den Befund, daß bei jeder funften Frau die Gebärmutter völlig ohne Grund entfernt wurde - bei jeder zwölften sogar ungefragt. Die meisten Patientinnen beklagen, sie fühlten sich nach der Hysterektomie „wie amputiert“ oder „nicht mehr als Frau“ (Psychologie heute 1/1997/57)

 

3217 „Gebärmutter weg - Herzleiden dafür eingetausch
Neuerding verdichtet sich der Verdacht, daß eine Hysterektomie vor dem Menopausenalter das Risiko einer koronaren Herzkrankheit empfindlich erhöht.
(Medical Tribune 6/12.2.1993/50)

 

3218 Nach der Gebärmutterentfernung bedeuten die Wechseljahre für eine Frau nur noch ein Martyrium
OLDENHAVE, A , u.a. Leiden Untiversity; American Journal of Obstretics and Gyneclology, Vo. 168 Nr.3 (1993) S. 765-771

„Die Operation war gut, nur könnte man nachher mehr gegen die Schmerzen tun. Nur muss ich mich jetzt zwingen, um meinen Mann nicht zu verlieren, Verkehr mit ihm zu haben. Das war vorher nicht. Ich weiche jetzt jeder Berührung aus. Nie wieder eine Operation auf dem Unterleibssektor. Man ist nachher nur noch ein halber Mensch. Mit 35 Jahren keine Periode mehr und nie mehr ein Kind. Schrecklich. Ich habe diese Operation schon sehr bereut und würde sie, wenn ich könnte, rückgängig machen. 1. Ich habe bei jedem Geschlechtsverkehr Schmerzen in der Blase und überhaupt keinen Höhepunkt. 2. Ich kann den Harn nicht halten. Das heißt, die Operation war umsonst. 3. Hätte au jeden Fall noch abwarten sollen, um mich besser informieren zu können. Heute weiß ich, daß ich etwas Falsches getan habe. Ich glaube, es wäre mir auf natürliche Art geglückt, den Gebärmuttervorfall wieder zu beheben.


(Quelle: Erfahrungen mit Hysterektiomie. Frauen Berichten, Herausgegeben von der IFF-Information für Frauen e.V. Heidelberg.)

3220 Nach Entfernung der Gebärmutter ist das Infarktrisiko dreimal höher. Die Gebärmutter bildet Hormone, die vor dem Herzinfarkt schützen. Davon sind finnische Forscher überzeugt.


3221 Wenn nämlich die Gebärmutter vor den Wechseljahren entfernt wird, verdreifacht sich das Risiko eines Herzinfarkts.
Das ergibt eine Studie an 246 finnischen Frauen, berichtet Prof. E. Seppälä von der Universtäts-Frauenklinik Tampere. Nach der Entfernung vor dem 45. Lebensjahr verdoppelte sich auch das Risiko einer Blutdruckerhöhung und Frauen bekamen auch häufiger Herzrhythmusstörungen. (Aus „Illustrierte BUNTE“18/1987)

 

»Condoleezza-Rice-Methode« nun auch in Gießen
»Pro und Contra« Myom-Embolisation als Alternative zur Operation erörtert - Neues vom Gynäkologen-Kongress

Gießen (if). Freitags werde sie - so gab ihr Sprecher in Washington bekannt - in eine Klinik gehen, Samstags vermutlich wieder entlassen. Keine dramatische Sache. Entfernung eines gutartigen Gebärmutter-Tumors. Ein Routineeingriff. Inzwischen ist Präsident Bushs Außenministerin - von Condoleezza Rice ist die Rede - längst wieder auf den Bildschirmen präsent oder diniert mit Joschka Fischer. Ob sie mit dem Ergebnis des Eingriffs selbst, der bisher weltweit rund  50 000-mal vorgenommen wurde, zufrieden ist, ist eine andere Frage: Die »Myom-Embolisation«, der sich die Fünfzigjährige als Alternative zu einer Operation unterzog, wird nicht nur von Experten, sondern auch von Patientinnen unterschiedlich bewertet; in Deutschland herrscht eher Zurückhaltung. Gestern standen »Pros und Contras« der Methode - moderiert von Tagungspräsident Prof. Hans-Rudolf Tinneberg - auf dem Programm der Gynäkologentagung in der Kongresshalle.

 

Dr. Jörg Keckstein, der Chefarzt der Frauenklinik Villach, ging aus Sicht des Gynäkologen auf das Verfahren ein, das als Methode der »interventionellen Radiologie« seit Jahresbeginn auch in Gießen verfügbar ist. Prof. Wigbert S. Rau hatte zuvor die Methode geschildert, bei der der Tumor sozusagen »ausgehungert« wird, mit dem Ziel, ihn zum Schrumpfen zu bringen.

Myome, gutartige Muskelgeschwülste der Gebärmutter, die sich bei jeder dritten Frau finden, bereiten zwar längst nicht bei allen Beschwerden. Aber je nach Größe und Lage können sie zu Problemen führen. Bisher wurden schmerzhafte oder blutende Myome fast ausschließlich operativ - wenn möglich per »Schlüssellochchirurgie« - entfernt, wobei entweder nur das Myom aus der Gebärmutterwand herausgenommen oder die ganze Gebärmutter entfernt wurde.

 

Bei der Embolisation wird nun ein dünner Katheter unter Durchleuchtungskontrolle zur Gebärmutterarterie geführt. Dort werden die Arterienäste, die die Geschwulst versorgen, verschlossen. Am nächsten Tag schon kann die Patientin nach Hause gehen, wenngleich von nachfolgenden Schmerzen und Krämpfen berichtet wird.

 

Für das »unblutige Verfahren« werden die kurze stationäre Verweildauer in der Klinik - also günstige Kosten - und die raschere Arbeitsfähigkeit ins Feld geführt. Der Gast aus Österreich warf die Frage nach Langzeitdaten und den Risiken der mit der Minderdurchblutung einhergehenden Nekrose ebenso auf wie die nach der Patientenzufriedenheit. Dabei erwähnte er, dass über drei Viertel der minimal-invasiv operierten Myom-Patientinnen das bei ihnen eingesetzte Verfahren positiv bewerteten.

Quelle: Giessener Allgemeine (2005-01-28)


Webseite:
http://www.giessener-allgemeine.de/
Eingetragen von: Redaktion
veröffentlicht von 2005-01-28 bis 2005-03-30

http://www.uniklinikum-giessen.de/infosys/news/list.php?cat=4&from_month=01&from_year=2005&to_month=09&to_year=2005&submitform=Archiv+anzeigen&s=#1151

 

Zur gegenwärtigen Entwicklung auf dem Gebiet der operativen Gynäkologie meinen führende Professoren:"Die gynäkologische Endoskopie hat zu einer dramatischen Neuorientierung geführt. Nicht mehr die Organentfernung durch große Bauchschnitte sondern der Organerhalt über den kleinstmöglichen Zugang ist gefragt und wird von der aufgeklärten Patientin zu Recht gefordert. Die wissenschaftlich nachgewiesenen Vorteile dieser Operationstechnik liegen auf der Hand: Vermeidung von größeren Operationswunden, geringerer Bedarf an Schmerzmitteln, extrem rasche Erholungsphase, verkürzter Krankenhausaufenthalt und schnelle Wiederaufnahme der beruflichen und familiären Aktivitäten. Diese Devise steht im Einklang mit dem Selbstverständnis der zunehmend berufstätigen und körperbewussten Frau. Weder die Gebärmutter noch die Eierstöcke haben ihre Funktion nach der Geburt erfüllt. Der Aktionsradius der weiblichen Sexualhormone reicht weit über das Genitale hinaus und betrifft auch Organe wie das Gehirn, die Augen, die Blutgefäße, die Knochen oder den Fettstoffwechsel. Es ist daher naheliegend, dass sich der Frauenarzt zum "Arzt für Frauen" im ganzheitlichen Sinn wird entwickeln müssen."

 

Informationsmangel bei Patientinnen und Ärzteschaft
"Wichtig ist eine Informationsoffensive in beide Richtungen: Sowohl zu den GynäkologInnen als auch zu den Patientinnen. Solange man den Patientinnen nicht sagt, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, nehmen sie zu häufig die Totaloperation hin. Viele Studien sagen, dass sich 1/3 aller Frauen beim Gynäkologen gar nicht nachzufragen trauen und daher über die modernen Möglichkeiten nicht Bescheid wissen", erläutert Prof. Speiser. So zeigte beispielsweise eine Untersuchung der amerikanischen Society for Women's Health Research (SWHR), dass jede vierte Frau von ihrem Gynäkologen den Rat zur Totaloperation bekommt. 82 % dieser Frauen entschließen sich dann tatsächlich dazu.

 

http://www.endofem.at/pressetext.htm

 

Befragung von Gynäkologen über prophylaktische Operationen:
Für die prophylaktische Entnahme des Organs sprach nach Ansicht der Befragten eine starke seelische Belastung der Frau unter dem erhöhten Risiko und ihr großer Wunsch, die Operation vornehmen zu lassen. Als Nachteil werteten die Ärzte, daß die Patientinnen verstümmelt würden und psychische Traumata entwickeln sowie sich in falscher Sicherheit wiegen könnten. Die 65 Männer unter den Befragten, vor allem die über 50jährigen, waren Tests und prophalyktischen, operativen Eingriffen gegenüber positiver eingestellt als die 37 weiblichen Befragten.


http://www.aerzte-zeitung.de/docs/1999/03/23/054a1301.asp?cat=

 

Was die Gene uns sagen
Chancen und Risiken von Gentests bei Risikogruppen - Teresa Wagner im derStandard.at - Interview

derStandard.at: Das heißt eine prophylaktische Ovarektomie (Eierstockentfernung) senkt nicht zwangsläufig das Risiko an Brustkrebs zu erkranken?


Wagner: Doch das kann man durchaus sagen. Das Blöde daran ist nur das falsche Timing. Das mittlere Erkrankungsalter für das Mammakarzinom liegt bei Anfang vierzig. Das heißt in diesem Alter ist bereits die Hälfte meiner Mutationsträgerinnen erkrankt und bis zum 70. Lebensjahr steigt das Risiko zu erkranken dann auf 85 Prozent an.


Das mittlere Erkrankungsalter für Eierstockkrebs liegt bei über 60 Jahren. Es wäre famos, wenn man einer 25-Jährigen die Eierstöcke herausnimmt und damit gleichzeitig das Brustkrebsrisiko senkt. Das schlage ich einer 25-jährigen Frau nicht vor, weil ich ihr die Lebensqualität nicht ruinieren will.

 

Ich will ja, dass sie noch Kinder bekommen kann. Das heißt wenn zuerst das Ovarialkarzinom auftreten würde, und dann der Brustkrebs, dann wäre das Timing wesentlich besser. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken nach einer Ovarektomie reduziert sich allerdings nicht auf Null. Es halbiert sich.

 

http://derstandard.at/?url=/?id=2596858

 

Wenig Östrogen, höheres Risiko für M. Alzheimer?


WASHINGTON (ddp.vwd). Ein Mangel an Östrogen im Gehirn ist offenbar mit einem erhöhten Risiko assoziiert, an Morbus Alzheimer zu erkranken. Das schließen amerikanische, japanische und schweizer Forscher aus den Ergebnissen einer Studie, in der sie einen extrem niedrigen Östrogenspiegel in Hirngewebe gestorbener Alzheimer-Patientinnen nachweisen konnten.

Weitere Untersuchungen von der Forschergruppe um Dr. Rena Li vom Sun-Health-Forschungszentrum in Sun City an genetisch veränderten Mäusen bestätigten den Zusammenhang: Wird die Östrogenproduktion im Gehirn gezielt blockiert, bilden sich bei den Tieren sehr viel früher die für Alzheimer typischen Proteinablagerungen im Gehirngewebe (PNAS online vorab).

Schon länger ist bekannt, daß Frauen häufiger Alzheimer entwickeln als Männer. Wie frühere Studien ergeben haben, kann ein erhöhtes Risiko durch längere Lebenserwartung von Frauen nicht die einzige Ursache für Alzheimer sein.

Wissenschaftler vermuten daher, daß der sinkende Östrogenspiegel nach den Wechseljahren ebenfalls wichtig ist - möglicherweise, weil der Hormonmangel die Gehirnzellen anfälliger für neurodegenerative Krankheiten macht.

 

http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/12/21/231a1203.asp?cat=/medizin/frauengesundheit/wechseljahre

 

Problem des Androgenmangels nach Ovarektomie:

Androgene werden bei Frauen in der Nebennierenrinde und im Eierstock gebildet.
Eine Ursache eines Androgenmangels kann somit eine Ovarektomie sein, also eine primäre Ovarialinsuffizienz. Bei diesen Patientinnen fallen die Testosteron- und Androstendion-Werte im Mittel um 50 Prozent ab.
Oft fühlen sich Patientinnen mit Androgenmangel müde, matt, kraftlos, und nicht selten haben sie Depressionen. Eines der Kernsymptome ist ja eine mangelnde Libido, also weniger Interesse an Sexualität. Dieses Thema wird von den Patientinnen allerdings selten angesprochen.


Bei Testosteron-Mangel bieten sich dermale Applikationen, also Gele oder Pflaster, an. Bei Spritzen besteht die Gefahr der Überdosierung. Generell sollte vorsichtig dosiert werden, denn Frauen haben viel niedrigere Androgen-Werte als Männer. Ein spezielles Testosteron-Präparat für Frauen gibt es noch nicht. Man muß hier mit den für Männer zugelassenen Applikations-Formen auskommen.


Es kann sich Akne entwickeln und vermehrter Haarwuchs an unschönen Stellen wie im Gesicht. Reduziert man die Dosis, gehen die Symptome wieder zurück. Da Hormone metabolisiert werden, sind sie zum Beispiel bei Frauen mit hormonabhängigen Tumoren tabu. DHEA etwa wird verstoffwechselt zu Östrogen und zu Testosteron. Eine Frau mit östrogenabhängigem Brustkrebs sollte kein Präparat bekommen, durch das vermehrt Östrogene produziert werden.


http://www.aerzte-zeitung.de/docs/2006/02/13/425f0809.asp?cat=/medizin/frauengesundheit#toptop

 

Die Gebärmutter muss keinesfalls immer entfernt werden, wie heute noch viele Ärzte glauben.

......Die Begründung, die Gebärmutter möglichst zu belassen, ist einfach zu verstehen: Der Beckenboden der Frau ähnelt der Kuppel einer Kathedrale. In der Mitte dieser Kuppel liegt die Gebärmutter. Die Gebärmutter, zu der nahezu alle Befestigungsbänder des Beckenbodens ziehen, ist zentral im Beckenboden verankert und bildet den „Schlüsselstein“ der Konstruktion. Hier laufen Nerven, Gefäße, Bin­degewebe und glatte Muskulatur zusammen.

Eine Kirchen-Kuppel kann nur dann ihre Form und Stabilität behalten, wenn jeder einzelne Stein an der richtigen Stelle sitzt. Wird ein Stein oder ein tragendes Teil entfernt, fällt die Kuppel in sich zusammen. Wenn nun die komplizierte Architektur des Beckenbodens durch die Entfernung der Gebärmutter verändert wird, tritt hier eine vergleichbare Schwächung auf. Insofern ist es also von großem Vorteil, die Gebärmutter zu belassen. Bei einer Gebärmutterentfernung wird nämlich der obere Scheidenteil geschwächt, so dass Blase und Darm oft nicht mehr ausreichend unterstützt werden können. Verkürzungen der Scheide bei einer Gebärmutterentfernung mit Verlust von Scheidenhaut, Narbenbildung, veränderter Nervenversorgung und Durchblutung werden dafür verantwortlich gemacht, dass sexuelle Probleme nach einer Gebärmutterent­fernung häufiger vorkommen.
.......die Gebärmutter wird in aller Regel nicht mit entfernt, da sie wie der Grundpfeiler einer Brücke arbeitet. Ebenso wie das Entfernen des Grundpfeilers eine Brücke zum Einsturz bringt, kann die Entfernung der Gebärmutter einen Vorfall der Scheidenwände hervorrufen. Die Gebärmutter muss keinesfalls immer entfernt werden, wie heute noch viele Ärzte glauben.
Eine Gebärmutter-Entfernung führt eher zu Blasenproblemen im späteren Leben, wie neuere wissenschaftliche Arbeiten zeigen.

http://www.carpe-vitam.info/behandlung.htm

Gebärmutterhalskrebs ist ohne Nebenschäden und ohne Strahlentherapie radikal zu entfernen
Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Michael Höckel, Direktor der Universitätsfrauenklinik (Triersches Institut) Leipzig, über die Besonderheiten seiner Klinik und die Vorteile der Operationsmethode TMMR

Alter Standard Wertheim
Behandelt werden diese Krebserkrankungen standardmäßig mit Operationen, die zum Teil schon vor Jahrzehnten entwickelt wurden, in manchen Fällen auch mit der Strahlentherapie oder einer Kombinationen aus beiden Methoden.

"Die Wertheim-Operation" ist dabei noch heute der Standard", so Prof. Höckel. "Diese Operation hat aber zwei Probleme. Das erste: In 30 bis 80 Prozent der Fälle werden die Nerven verletzt, die die Blasen-, die Enddarm- und die Vaginalfunktionen regulieren, was zu großen Problemen führen kann. Diese Nebenschäden wurden bisher als unvermeidlich angesehen. Sie waren sozusagen der Preis für die radikale Beseitigung der Krebserkrankung."

Das zweite Problem, so Prof. Höckel: Diese Operation ist nicht radikal genug. Denn etwa die Hälfte der Patientinnen, die mit dieser Methode operiert werden, müssen zusätzlich noch bestrahlt werden, was wiederum zu Belastungen und Nebenwirkungen führt.

http://wwwvm.rz.uni-leipzig.de/~ifabmed/tipp_db/tipp.php?action=show_entry&kat_id=2&entry_id=81

Testosteronmangel legt Verlangen lahm
Große Zahlen präsentierte auch Prof. Dr. Alessandra Graziottin aus Mailand; sie stellte eine Untersuchung bei fast 2500 Frauen aus verschiedenen EU-Ländern zu Sexualstörungen vor. Über alle Grenzen hinweg wurde dabei klar, dass eine chirurgische Menopause das sexuelle Verlangen massiv "lahm legt". Hier sei ein Mangel an Testosteron als Schlüsselfaktor anzusehen, Östrogene wirkten in dieser Situation nur permissiv.

http://www.medical-tribune.de/patienten/news/4333/


Die weibliche Sexualität im gynäkologischen

Alltag - welchen Platz nimmt sie ein?

Fragestellung: Glaubt man Umfragen, so ist die
weibliche Sexualität für die meisten Frauen „sehr
wichtig“ bis „wichtig“. Der Gynäkologe als Hausarzt
der Frau sollte demnach nicht nur Betreuer für körperliche
Belange seiner Patientinnen sein, sondern
in seinem Tun und Handeln die weibliche Sexualität
berücksichtigen. Findet dies statt und sind sich Gynäkologen
bewußt, wie häufig sie durch ihr Eingreifen
einen Einfluß auf die weibliche Sexualität haben?
Methodik: Im Rahmen unserer gynäko-urologischen
Ambulanz wurden 430 Patientinnen bewußt
und nachdrücklich nach ihrer Sexualität befragt.
Anhand dieser sehr persönlichen Gespräche und
der entsprechenden Literatur wurden Zusammenhänge
erkannt und Schlußfolgerungen getroffen.
Ergebnisse: Die meisten Frauen haben nach gynäkologischen,
speziell nach Beckenboden-rekonstruierenden
Eingriffen sexuelle Veränderungen bemerkt.
Diese wurden dem behandelnden Gynäkologen
nicht mitgeteilt, da ein großes Schamgefühl
besteht. Das Bedürfnis nach Befriedigung beim
Geschlechtsverkehr wird von vielen Frauen noch
immer als „egoistisch“ und daher als „peinlich“
empfunden. In den wenigen Fällen, in denen der
Arzt auf das Problem angesprochen wurde, kam es
eher zu Unverständnis von seiten des Gynäkologen.
Da scheinbar auch in gynäkologischen Ordinationen
die weibliche Sexualität nicht angesprochen
wird, herrscht ein großes Wissensdefizit über die
tatsächlichen Empfindungen von Frauen, ihre realen
Bedürfnisse und vor allem die Auswirkungen
gynäkologisch-operativer Eingriffe.
Schlußfolgerungen: Die weibliche Sexualität ist noch
immer ein Tabuthema, selbst unter Frauen, das
auch von Gynäkologen als Hausärzte der Frauen
nicht angesprochen wird. Es besteht aber ein Leidensdruck
in der weiblichen Bevölkerung, speziell
nach gynäkologischen Operationen, den man nur
durch Aufklärung, Auseinandersetzung mit diesem
Thema und Enttabuisierung vermindern kann. Der
weiblichen Sexualität ist daher im gynäkologischen
Alltag ein entsprechender Platz einzufordern.
in:
Gemeinsame Jahrestagung der Bayerischen und der
Österreichischen Gesellschaften für Gynäkologie
und Geburtshilfe, 28. bis 31. Mai 2003
Universität Würzburg, Abstracts
Speculum - Zeitschrift für Gynäkologie und Geburtshilfe 2003; 21
(Sonderheft 1)