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ERFAHRUNGEN
Betroffene berichten
Folgende Kommentare hörten hilfesuchende Frauen
vor und nach Gebärmutter-und/oder Eierstockentfernung in Praxen hierzulande:
(Anm. des Webmasters: Wir überlegten zuerst eine zusätzliche humorvolle Seite zu diesem ernsten Thema zu gestalten ...diese Aussagen sind aber leider die bittere Wahrheit und sollten die Verantwortlichen zum Nachdenken bringen - übrigens, damit es keine Missverständnisse gibt, diese Szenen spielten sich im 21. Jahrhundert ab ... und diese Aussagen stammen nicht nur von Männern, gut die Hälfte von Ärztinnen und Psychologinnen!)
vor den Operationen:
"Angst haben's, aber gehn's! Da finden wir problemlos das passende Gelbkörperhormon, wenn Sie dann keine Eierstöcke mehr haben!" "Alles wird nach der OP wie immer sein. Die neuen Hormonpräparate sind sooo gut verträglich und genauestens dem weiblichen Zyklus angepasst!" "Und es gibt keine ungewollten Kinder mehr - und keine lästige Periode!" "Was soll sein nachher? Sie werden dann auf Hormone eingestellt! Ich bin der Fachmann" "Sie haben ja Kinder, also lassen Sie sich den Eierstock entfernen - das ist eine gute Entscheidung - Sie müssen ja weiterdenken! Diese Zyste kann von heute auf morgen entarten!" (zu 40jähriger Patientin mit einfacher Zyste) "So wie Sie vor mir stehen - ich denke Ihr Eierstock arbeitet gar nicht mehr" (zu beschwerdefreier 40jähriger Patientin mit einfacher Zyste) "Die Pille für Frauen nach 40 ist bedenklich ja - die Hormonersatztherapie nicht!" "Die Pille haben Sie nicht gut vertragen? Bei der Hormonersatztherapie brauchen Sie keine Angst haben. Die ist ja schwächer!" "Wir könnten auch gleich die Eierstöcke mitentfernen - dann können Sie da unten keinen Krebs mehr kriegen!" (zu älterer Patientin)
nach den Operationen:
"Ist es wirklich so schlimm? - Denkpause -Die anderen operierten Damen sagen schon , dass es nicht mehr ganz so wie vor der Operation sei..." Patientin: "Und warum haben Sie mir das nicht vor der Operation gesagt?" "Ich habe leider keine Zeit mehr mit Ihnen zu diskutieren, mein Wartezimmer ist voll .." "Schwindel und Kopfweh kommen nicht von die Hormone! Das gibt es nicht! Gehen Sie zum Internisten, oder noch besser zum Neurologen!" Patientin: "Aber diese Symptome stehen ja auf dem Beipackzettel" "Ach, wenn man alles beachten würde, was auf so einem Beipackzettel steht, dann dürften Sie nicht einmal ein Aspirin nehmen!" Patientin: "Ein Aspirin ist doch nicht dasselbe wie ein Hormonpräparat"- "Ich sagte Ihnen schon, jedes Medikament hat Nebenwirkungen - und das meiste ist sowieso psychisch!" "So eine heftige Reaktion ist extrem selten - bei Ihnen wahrscheinlich stark psychisch überlagert!" "Sie sind halt auch sehr, sehr empfindlich" - (zu 42jähriger Patientin ohne Eierstöcke mit schweren hormonellen Ausfallserscheinungen) "Lassen's Ihnen doch helfen und nehmen's endlich Psychopharmaka!" --"schlecht wird Ihnen davon.? -- Na, dann nehmen's ein Paspertin!" "Pilzinfektionen mit der Hormontherapie? Zuerst kommt der Kopf dann kommt der Körper- Das ist immer so!" "Andere haben diese Operation auch vertragen! Sie sind schwer psychotisch!" "An das müssen Sie sich gewöhnen, es ist halt passiert..." "Orgasmus haben Sie seit der Operation keinen mehr? - So viele Frauen haben ja meistens keinen Orgasmus!" "Im Bett klappt es nicht mehr? Na, dann ist ja alles bestens!" (48-jährige Patientin ist sprachlos) "Weinen müssen's jetzt immer? Na. ob das von der Ovarektomie kommt? Haben Sie vorher auch schon psychische Probleme gehabt?" (zu 43jähriger Patientin, die zuvor noch nie im Leben derartige Beschwerden hatte) "Starker Ausfluss, Schmierblutungen? Bei jedem hormonellen Vorgang kommt es zu Absonderungen - "Ach, die sind so stark, dass Sie jetzt Slipeinlagen brauchen?......." - betretenes Schweigen
"Brustschmerzen und Spannen durch das Hormonpräparat? Was glauben Sie, wie viele Frauen das haben!" "Schmerzen seit der OP beim Geschlechtsverkehr? - Kann nicht sein ... laut meiner Untersuchung ist das kein Problem - ein Fingerbreit geht hinein!"
"Keine Libido? - An das müsen's Ihnen halt gewöhnen. Und überhaupt - sein's doch froh, dass Sie keinen Krebs haben!" "Sie sind ja eine starke Frau, Sie halten das schon aus!" (Nach der unnötigen Totaloperation mit 48 Jahren wegen gutartiger Zyste).
"Sie wollen Ihre Organe zurück? - Sie sind ja so wütend!! Am besten nehmen Sie ein gutes Medikament für die Nerven, dann geht es Ihnen gleich wieder besser! - Und jede Frau ist einstellbar!" "Lassen Sie sich halt Zeit beim Sex - Sie haben ja die Klitoris!"
"Ob die sexuellen Probleme mit der Operation zu tun haben können? - Neiiiin! --- Haben Sie vielleicht den Mann gewechselt?"
"Sie haben Glück, bei Ihnen hat alles die Nebennierenrinde übernommen!" (Ärztin hat aber keinen Hormonstatus gemacht und Patientin ist erst 44 Jahre alt, totaloperiert nach Wertheim, verkürzte Scheide... sie ist müde, kraftlos und traurig))
"Zugenommen haben Sie seit der Operation? Gut geht es Ihnen nicht? - Sie müssen bedenken, dass viele Frauen mit dem Alter sowieso zunehmen und Wehwehchen stellen sich halt schön langsam ein ..." 41 jährige Patientin: "Aber ich war vor der Operation gesund!" - Schweigen -
"Sie können keinen Androgenmangel haben!" (zu 43 jähriger Patientin ohen Eierstöcke) "Von der Gebärmutterentfernung kann es nicht sein, dass Sie jetzt keine Empfindungen in der Scheide mehr haben! Vielleicht kann der Psychiater helfen?" "Normalerweise macht so eine Ovarektomie gar keine Probleme! - Denkpause - Na ja, die Psyche ..." "Sie dürfen Sich halt nicht nur über Ihre Eierstöcke und Ihre Gebärmutter identifizieren - das ist zu biologistisch!" "Die Sexualität findet nur im Kopf statt - so steht es schon im Tantra!" "Das mit den Hormonen ist ein anderer Regelkreislauf.... Ihre Depressionen kommen nicht von der Wertheimoperation. Sie machen einen Denkfehler.." (Die Ärztin sagte aber nicht dazu, wo sich dieser "Andere" Regelkreislauf, indem die Hormone sich angeblich befinden, im Körper ist ... "Im Wechsel haben 70% der Frauen Probleme - und Sie sind im normalen Wechsel!" (Patientin hat man mit 39 Jahren die Eierstöcke entfernt!) "Wann der Zustand besser wird? Das kann ich so nicht sagen ...."
Betroffene wissen, wie sehr Äußerungen dieser Art missinformieren und zusätzlich verletzen.
Nichtbetroffene sollten eine Weile darüber nachdenken.
ÄrztInnen und PsychologInnen müssten es wissen - oder doch nicht ...?
Frau A. berichtet:
So verlor ich meine Geschlechtsorgane:
nach einer Routineuntersuchung, hat mein Frauenarzt ein "Myom" auf der Gebärmutter festgestellt und mich an das Krankenhaus verwiesen es folgten viele Untersuchungen im Krankenhaus (Ultraschall, CT, Bauchspiegelung), mit dem Ergebnis, dass das Gewächs aus der Gebärmutter entfernt werden muss, die Gebärmutter aber erhalten bleibt, weil ich ja damals erst 33 Jahre alt war und noch keine Kinder hatte beim Erwachen nach der Operation haben mir Ärzte mitgeteilt, dass leider die Gebärmutter entfernt werden musst, da sich das Gewächs ohne Beschädigung der Gebärmutter nicht lösen ließ, aber gutartig sei nach 14 Tagen - Mitteilung vom Primar des Krankenhauses, dass es doch "etwas Bösartiges" war und deshalb als Vorsichtsmaßnahme auch noch die Eierstöcke entfernt werden müssen - habe aber nie genau erfahren, welche Art von "Tumor" ich hatte, der Arzt sagte, es ist nur ganz "gering bösartig" aber ich müsse auf jeden Fall die Eierstöcke entfernen, bräuchte aber überhaupt keine Angst haben, da es doch heutzutage so gute Hormone gäbe und das Leben ganz problemlos weitergehen wird, Kinder könne ich ja ohnehin nicht mehr bekommen. Alles Bitten und Betteln wegen anderer Methoden oder Vorsichtsmaßnahmen half nichts, ich musste operiert werden, ohne zu wissen, was auf mich zukam.
nach Entfernen beider Eierstöcke hat man mir ein Hormonpflaster an die Hüfte geklebt und ich wurde nach wenigen Tagen vom Krankenhaus entlassen und meinem Schicksal überlassen. Es gab überhaupt keine Aufklärung, was die Hormone bewirken und welche ich bräuchte, man gab mir ein Rezept für das Hormonpflaster Fem7 mit. der praktische Arzt musste mich für ein paar Tage krankschreiben, mit den Worten, "so schlimm ist das nicht, viel Erholung brauchen Sie auch nicht, das Beste ist, Sie gehen so bald wie möglich wieder arbeiten, denn meine Mutter (sie wird damals so um die 70 gewesen sein) hatte auch so eine Operation und das geht ganz problemlos, außer Sie hätten psychische Probleme, aber das erscheint mir nicht so, Sie schauen ja recht gut aus" ich hab mir auch selber immer wieder suggeriert, dass ich das schaffe, wenn das eh nur so ein Routineeingriff ist und alle anderen das auch so ohne weiteres wegstecken. Hätte mich auch geschämt, zuzugeben, dass ich nach diesen 2 Operationen mit Vollnarkose innerhalb kürzester Zeit (mit Bauchschnitt, kein Gefühl am Bein - ein Nerv wurde verletzt) komplett geschwächt war - ich musste funktioniren und stark sein Auftrieb gab mir die Nachricht des Operateurs, der mir mitteilte, dass meine Eierstöcke vollkommen gesund waren und ich froh sein könnte, keine weitere Behandlung haben zu müssen
ca. 3 Monate danach begann mein Martyrium - ich war ständig verkühlt, verschnupft, Sinusitis und Rhinitis, Sehnenscheidenentzündung, konsultierte alle möglichen HNO-Ärzte, Alternativmediziner, gab Unmengen von Geld für Medikamente und Heilungsmethoden aus; musste schmerzhafte Untersuchungen über mich ergehen lassen und konnte meine Arbeit kaum noch bewältigen, immer wieder hatte ich etwas anderes. Mein Immunsystem griff jede sich bietende Krankheit auf - sogar eine Kinderkrankheit bekam ich - das war so schlimm, dass ich 14 Tagen 40° Fieber hatte und glaubte, jetzt ist es vorbei mit mir. Ich konnte mir das überhaupt nicht erklären, war ich doch früher immer gesund und tat jetzt auch nichts anderes. Familie und Freunde verstanden die Welt nicht mehr, gaben mir gute Ratschläge; die Gesellschaft hatte schon vorwurfsvolle Blicke für mich "was du nur immer hast, mehr Vitamine......". Ich weiß gar nicht, wieviel Vitamine ich zur mir nahm, wurde zum Vegetarier, aber nichts half. Es ging so weit, dass ich selbst schon glaubte, ich bin einfach empfindlich und selbst schuld.
ich habe mich bei jeder vierteljährlichen Untersuchung meinem Operateur anvertraut und erzählt, dass ich einfach immer krank bin und das mit der Operation zusammenhängen müsste, denn vor dem Eingriff war ich ein gesunder Mensch - der Primar entgegnete mir, "Sie müssen viel Äpfel essen und Sport betreiben und Sie brauchen einen HNO-Arzt und nicht mich, denn im "Unterleib" passt alles bestens" - er empfahl mir einen befreundeten HNO-Arzt. Wieder war ich allein mit mir und meinen Problemen, also konsultierte ich nun nach verschiedenen anderen Ärzten auch noch diesen HNO-Arzt, der mir dann zu einer Nasenoperation riet - auch das habe ich wieder über mich ergehen lassen, zum HNO-Arzt aber mehrmals gesagt, "ich versteh das einfach nicht, ich hatte doch immer dieselbe Nase und genau nach der Totaloperation fing das Problem an, ich habe Angst, dass die Nasenscheidewand- Korrektur nicht hilft, denn die Ursache muss woanders liegen" Auf Grund des enormen Leidensdrucks hatte ich nun auch noch diese Nasenoperation über mich ergehen lassen, mit dem Ergebnis, dass ich 3 Monate Linderung hatte und danach stellten sich wieder dieselben Symptome ein. Immer wieder las ich im Internet und nahm meine Recherchen zum Frauenarzt mit (den ich in der Zwischenzeit wechselte) - irgendwann bekam ich meinen Verdacht bestätigt, dass meine Beschwerden doch mit der Operation in Zusammenhang stehen. Dieser Frauenarzt hat mir auch mitgeteilt, dass ich ein Leimyosarcom hatte.
Bis heute, das sind jetzt fast 6 Jahre, probiere ich verschiedene Hormonpräparate aus, jedesmal mit der Hoffnung, dass es mir doch irgendwann ein bisschen besser gehen muss, bis jetzt leider erfolglos. Ich bin manchmal so am Boden zerstört und verzweifelt, dass ich es gar nicht beschreiben möchte. Es ist oft so weit, dass ich schlimme Schuldgefühle meinem Partner gegenüber habe, weil ich an den Wochenenden so geschwächt bin, dass ich wie ein Häufchen Elend herumliege und nichts unternehmen kann. Ich habe dann das Gefühl, mich könne man gar nicht lieben. Meine Arbeit ist sehr verantwortungsvoll und ich liebe meine Tätigkeit, sie gibt mir Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen - es ist aber sehr belastend für mich, dass ich seit 5 Jahren ohne Medikamente nicht mehr arbeiten kann. Ich stehe jeden Morgen mit schlimmen Kopfschmerzen und den üblichen Erklältungssymptomen auf und gehe mit ihnen schlafen; unter Tags halte ich mich mit Schmerztabletten über Wasser. 2 Jahre nach der Operation sehnte ich mich immer an den Gesundheitszustand vorher, jetzt weiß ich gar nicht mehr, wie das ist, richtig fit zu sein und den Tag einfach unbeschwert (ohne Medikamente) zu genießen. was die Ärzte betrifft, habe ich einfach den Eindruck, dass sie mit den Beschwerden, die nach so einer Operation auftreten, überfordert sind - meine Ärztin hat mir beispielsweise empfohlen, ich solle meine Arbeitszeit reduzieren und ein "Antidepressiva" nehmen, dann ginge es mir besser.
Als weitere Folge meiner frühzeitigen Kastration habe ich nun bereits Osteoporose! leider kann man meine gesunden Eierstöcke nicht mehr einpflanzen, ich würde mir lediglich wünschen, dass man meinem Leiden Glauben schenkt und mir hilft, ein geeignetes Mittel zu finden, ich brauche und will kein Mitleid, sondern nur Verständnis und Respekt.
Frau C. berichtet:
Mein Leben nach der Kastration
Man kann eigentlich kaum in Worte fassen, was man erlebt hat und je mehr man darüber nachdenkt, desto fassungsloser und schlimmer wird es - man nennt dies wohl posttraumatisches Syndrom oder Trauma aufgrund ungewollter Zerstörung von weiblichen Geschlechtsorganen.
Warum und Mein Leben nach diesem Eingriff
Laut Patientenakte OP: 5.03.2004
Alter: 48 J.w
Einweisung wegen “Mehrkammriger Ovarialzyste re”
Histologie: Corpus-luteum-Zyste
Altersentsprechendes unauffälliges Ovar
Insgesamt kein Anhalt für Malignität
Aufklärung: keine - es sollte nur die Zyste behandelt werden.
Beim Anwalt sah ich, dass bei der Einwilligung manipuliert wurde
Meine persönliche Erfahrung mit dieser Kastration:
Ich ging in dieses schäbige KH und es folgten erstmal die üblichen Routineuntersuchungen. Eine junge ärztl. Kollegin machte sogleich auf Knoten in der Brust aufmerksam, welche aber sich als ganz normale Muskeln herausstellten …. und so was lernt Gyn-Ärztin !!! Ein Zettel über Beschreibung des Eingriffs wurde mir ausgehändigt. Sie mussten mich nur darauf hinweisen, dass bei Krebs mehr operiert werden muss, aber das würde man ja dann feststellen. Kein Wort von evtl. Folgen ! Später erfuhr ich, dass nur bei absoluter und akuter Lebengefahr eine Total-OP gemacht werden darf.. Ich wachte von der Nakose auf und fror wie ein Hund. Das Zittern wurde immer schlimmer und ich fragte, was los sei ? Ach, das ist nur das Co2 Gas - wahr wohl ein bisschen zu kalt. Da mir schon mal mit Laproskopie die Eileiter freigelegt wurden (Kinderwunsch) und mir es nach dieser OP sehr gut ging, spürte ich, dass diesmal etwas nicht stimmte. Wieder irgendwann halb aufwacht, kam der OP-Doc ins Zimmer und sagte nur, ich hätte noch Verwachsungen der Eileiter gehabt und man habe diese zusammen mit den Eierstöcken entfernt, da gab es Krebsverdacht. Ich wartete auf mein Mann und übergab mich paar Mal. Die Peroide begann und eine indische Ärztin holte in Panik eine andere Ärztin. Ach normal, das ist nur die Abbruchsblutung. Wieder Glück gehabt … diese Inderin hätte mir sonst tatsächlich noch in Not-OP alles entfernt.
Es hat gereicht und wollte jetzt den Oberarzt sprechen. Nach Stunden kam er endlich und hat irgendwas gequatscht. Wieder mein Mann angerufen… hol mich hier raus, sonst krieg ich die Krise. Bin dann auch die Nacht über daheim geblieben und am nächsten Tag wieder zurück (wegen haftbare Folgeschäden). Danach war ich der Querulant und ich würde nur jammern. Wenn es so schlimm ist, sie hätten da noch den Pfarrer Sowieso - nö, den brauch ich nur wenn`s in die Kiste geht. Obwohl die halbe Station frei war, legte man mir mitten in der Nacht noch eine hochschwangere an nierenversagende kranke Frau ins Zimmer. Die hat natürlich geschrien vor Schmerzen. Dazu am nächsten Tag eine frisch operierte alte Oma - Total OP. Ich bat um sofortige Entlassung und musste den ganzen Tag auf einer Holzbank warten, bis endlich ein Arzt für die Nachuntersuchung kam. Die sah dann so aus …. Ob ich zum Abschluß noch `ne Hormonspritze will - `ne, bleib mir vom Leib du Sackpfeife, reicht ja wohl was ihr angerichtet habt. Na ja und das übliche: bitte nicht das Wort Kastration in Mund nehmen und bla bla - wieder keine Aufklärung über Folgen des Eingriffs. Mit der Zeit kamen dann natürlich die Hammerteile. Ich konnte mich mit nichts mehr identifizieren, übelste Depressionen, lesen ging nicht mehr, hab mich gefühlt wie ein Zombie.
In mir zerbrach etwas und meine Kraft ging dem Nullpunkt entgegen. Nach 3 Monaten musste ich wieder arbeiten und mein Chef erkannte mich nicht wieder. Ich hielt noch 1½ Jahre durch und bekam dann auch keine Arbeitsverlängerung mehr. War mir auch Recht, die Arbeit (Bürokauffrau im Möbelhaus) brachte mir nichts mehr. Ich wollte mit der Natur oder mit Tieren was machen. Aber alles empfand ich als furchtbar schwierig, quälend und sinnlos. Depressionen, Depressionen … endlose Leere. Lebendig begraben und nicht schreien können. Verzweifelte Suche im Internet .. Infos, was passiert mit mir und wie komme ich aus dieser Höllen-Achterbahn wieder heraus. Zu Anfang auch verschiedene Gyn-Ärzte aufgesucht - nur die übliche Tablettenberatung.
Bisschen hier und da ausprobiert und letztendlich mit `ner Überdosis Remifamin und Johanniskraut die praktische Führerscheinprüfung abgelegt - wie im Trance, als ob das alles nicht wirklich passiert. Die körperlichen Symtome wurden immer schlimmer, die Haut brannte wie Feuer, wahnsinnige Schmerzen im Gallenbereich, Nervenschmerzen, Schlaflosigkeit und doch diese ständige Müdigkeit. Nur noch von Kamillentee und Haferflocken gelebt und auch wieder mit dem Rauchen angefangen. Ich wollte nicht mehr leben, nicht so - weder jetzt und auch nicht die nächsten Jahre. Ich war kein Mensch mehr und verstand auch die anderen Menschen nicht mehr.
Das tat mir alles sehr leid aber nichts verschaffte mir Erleichterung im Gegenteil, schreckliche Ängste in meinen Träumen von Verstümmelung, Ängste vor dem Durchdrehen. Irgendwann bat ich meinen Mann auf Knien, er möge mich bitte in die Klapse bringen - meine Kraft war am Ende. Ich verkroch mich in meinem Schmerz und nur noch die Zeit konnte jetzt diese Wunden heilen. Ich wollte so gern wieder ICH sein, lachend am Leben teilhaben. Es hat lange gedauert, bis ich wieder mal meine geliebte Musik hören konnte und langsam merkte ich, wie sie sich wie eine heilende Haut über mich legte. Ich packte sämtliche Tabletten ein und brachte sie als Sondermüll in die Apotheke - der Körper machte sowieso was er wollte und auch tun musste. An die ständigen Hitzewallungen, welche auch immer mit Kreislaufprobleme und Depressionen verbunden waren, gewöhnte ich mich schon.
Fast 2 Jahre habe ich völlig desorientiert, willenlos und ängstlich dahin vegetiert - so kann ich das jetzt nur beschreiben. Als dann doch wieder etwas Kraft zurück kam , arbeitete ich viel am PC mit Musik, Videos und Games. Taja und eines Tages kam ich wie durch ein Wunder oder war es Schicksal zur femica-seite und siehe da, es gab ein Web nur für Opfer. Lieber Gott ich danke Dir.
Ich bin nicht mehr alleine …
Ricarda:
Die größte Fehlentscheidung meines Lebens
„Das ist nicht wahr, das haben Sie sich vorgenommen!“ Eine zornige Stimme, ein noch zornigeres Gesicht. Mein Gynäkologe ist in seiner Ehre gekränkt, wie kann ich nur behaupten, beim Geschlechtsverkehr nichts mehr zu spüren! Gibt es nicht, ist ihm in seiner 40jährigen Praxis noch nie untergekommen nach einer Hysterektomie. Ich sage, dass es für meinen Mann auch sehr schlimm wäre, er hat immer auf mich gewartet, sich erst gehen lassen, nachdem ich meinen Höhepunkt hatte. Da wäre aber schon komisch, da muss er sich eben umstellen. Und was für ein Blödsinn das Gerede von vaginalem oder klitoralen Orgasmus. Es gibt nur EINEN Orgasmus, merken Sie sich das. Es würde sich sicher wieder alles geben, ich soll nicht so negativ denken. Eine Untersuchung mit etwas peinlichen Aspekten, er macht stoßende Bewegungen in meine Vagina, mit den Fingern, mit dem Ultraschall, ich weiß es nicht, bin zu verwirrt und deprimiert. Die Untersuchung spüre ich genau so wenig wie den Geschlechtsverkehr, ich bin tot, meine Sexualität ist zerstört. Eine Handvoll Visitenkarten von Psychotherapeuten, Sie blockieren sich selbst, hatten anscheinend doch noch Kinderwunsch. Hatte ich ja gar nicht, ach was, sinnlos, ich sag nichts mehr, muss zu viel weinen. Herr Prof. X. ist verärgert, ich stolpere hinaus und zahle bei seiner Gattin brav meine Rechnung. Zu Hause bemerke ich, dass hier steht „Ultraschall“, ich kann mich nicht erinnern an einen Ultraschall, kann mir aber selbst nicht trauen in meiner Erinnerung.
Die Operation war nicht so schlimm wie ich gefürchtet hatte, zwar starke Schmerzen nach dem Aufwachen, bekomme Schmerzmittel bis zum Maximum. Am Abend schon brauche ich keine Schmerzmittel mehr, kotze dafür bis über das Fußende hinaus, immer wieder überzieht die Schwester mein Bett neu, bis ich ihr vorschlage, mir doch einen Kübel zu geben anstatt der kleinen Nierenschale.
Ich habe dem Drängen meines Arztes zwei Jahre lang standgehalten, dann habe ich ihn sogar selbst angerufen für den OP-Termin. Auslöser für meine Entscheidung war eine leichte Harninkontinenz, war mir das peinlich, mit 45 Jahren schon inkontinent! Er stellt mir in Aussicht, dass sich das höchstwahrscheinlich geben wird durch die Entfernung der Gebärmutter. 14 Tage Krankenstand sind in Ordnung, wenn ich sehr empfindlich bin, dann 3 Wochen. Ich spürte eine Erwartungshaltung, sollte seinem Bild der Musterpatientin entsprechen. Warum ich ihm vertraut habe, begreife ich heute nicht mehr, heute ist er für mich ein alter, starrsinniger Mann.
Ich richte den Operationstermin nach unserem Urlaub ein, 2007 werde ich operiert. Sechs Wochen nach der Operation sind wir auf Samos, ich freue mich so sehr darauf und bin auch schon aufgeregt, wie unser Liebesleben sein wird. Es wird ein Urlaub voller Tränen, ich spüre meinen Mann nicht, wenn er in mir ist, nehme überhaupt nicht wahr, Geschlechtsverkehr zu haben! Ich bin maßlos entsetzt, so soll jetzt mein Leben weiter gehen, ohne die Liebe erleben zu können?
Ein schwacher Versuch ist eine Methode der Elektrostimulation, es könnte vielleicht die Nerven dazu bringen, wieder nach zu wachsen. Ich führe ein Teil ein, das quasi aussieht wie ein Tampon aus Metall, es sollte ein Pulsieren fühlbar sein und danach sollte sich die Scheide zusammenziehen. Ich spüre nichts, erhöhe nach und nach auf das Maximum - immer noch nichts. Das Gerät muss kaputt sein, ich halte den Metalltampon in der Hand, was für ein unangenehmes Gefühl, was für ein starkes Pulsieren, als ob man einen Weidenzaun hält! Und das kann ich in meinem Körperinneren nicht wahrnehmen? Ich bin entsetzt, führe aber die Therapie konsequent in der Normalstufe durch, täglich und nie spüre ich auch nur das Geringste. Ich bekomme unerträgliche Blasenschmerzen, gehe in die Ambulanz des Krankenhauses. Die diensthabende Ärztin rät mir, die Elektrostimulation abzusetzen, es reizt zu sehr die Blase. Sie bedauert mich, wir sind derselbe Jahrgang, 1962, und wenn sie sich vorstellt, im Intimbereich nichts mehr zu spüren, schrecklich.
Ich werde sehr deprimiert und weine bei jedem Geschlechtsverkehr bittere Tränen. Mein Mann ist irritiert, er sagt, er will mich nicht einfach nur „benutzen“ und zieht sich zurück von mir. Ich soll selbst auf ihn zukommen, wie aber, wenn es eine solche Verzweiflung und auslöst in mir?
Dabei habe ich nicht meine Libido verloren, nein, ich bin voller Verlangen. Nur kann ich Erregung nicht mehr erleben, ich bin ständig unter großer Spannung. An einen Orgasmus ist gar nicht zu denken, wie auch, wenn ich in der Scheide überhaupt nichts spüre. Meine Klitoris ist sehr unempfindlich geworden, auch klein, wie in meiner Kindheit, um etwas zu spüren, muss man sehr fest und grob werden, so dass ich wund werde. Diese Art von Stimulation ist mir zuwider, turnt mich total ab.
Die mitfühlende Ärztin rät mir einen Osteopathen, der kann zwar etwas für meinen Rücken tun, ist aber mit dem Thema Sexualität total überfordert, wie sich herausstellt. Ich kann ihm nicht mal böse sein, als er mir erklärt, dass er nichts anfangen kann mit einer Patientin, die so geil ist, dass sie ihrem Orgasmus so nachweint. Seine eigene Frau lässt mir ausrichten ich soll nicht so traurig sein, sie selbst hätte fast nie einen Höhepunkt beim Geschlechtsverkehr. Beide meinen es gut und spiegeln das wider, was Nicht- Betroffene im Allgemeinen so denken...

